Monatsbericht zum Flüchtlingswesen in Vorarlberg

Wir danken dem Amt der Vorarlberger Landesregierung und insbesondere Herrn Anton Strini, Flüchtlingskoordinator des Landes, für die Bereitstellung des monatlichen "Management-Summary - Flüchtlingswesen".

Den Bericht können Sie unter "Downloads" herunterladen.

 

Zusammenfassung des aktuellen Berichts
"Management-Summary – Flüchtlingswesen" März 2018:

 

Abkürzungen:

KON...Konventionsflüchtlinge

SUB...Subsidiär Schutzberechtigte

BMS...Bedarfsorientierte Mindestsicherung

 

Hier die wesentlichsten Punkte aus dem aktuellen Bericht, von Anton Strini – mit Bezug zu den vorangegangen Monatsberichten – zusammengefasst:

 

Grundversorgung

► Die Zahl der Asylwerber/innen in der Grundversorgung ist im März 2018 erneut weiter auf jetzt 2.243 zurückgegangen, die auf 562 Quartiere in 72 Gemeinden verteilt sind. Der Anteil der männlichen Asylwerber ist im letzen Monat mit 68,6% noch einmal um ein Zehntelprozent gesunken, jener der weiblich entsprechend leicht angestiegen.


► Die meisten Asylwerber sind im Bezirk Bregenz untergebracht (29,0%), gefolgt vom Bezirk Feldkirch (27,8%), vom Bezirk Bludenz (22,8%) und vom Bezirk Dornbirn (20,4%).


► 10,8% der Flüchtlinge in der Grundversorgung sind im Alter von weniger als 6 Jahre, 12,8% sind im Pflichtschulalter, 35,3% sind im Alter von 15 bis 25 Jahre, 38,8% sind zwischen 25 und 60 Jahre alt und 2,3% sind bereits älter als 60 Jahre.


► Stärkste Gruppe in der Grundversorgung sind immer noch mit 44,4% Flüchtlinge aus Afghanistan, etwa 15,3% sind Iraker, 9,6% stammen aus Somalia, 8,5% aus der Russischen Föderation. Syrer stellen nur mehr 6,0% aller Asylwerber in Vorarlberg.


► 25 Flüchtlinge (14 KON, 11 SUB) haben im Februar 2018 das Bleiberecht zuerkannt erhalten. 2 dieser 25 Flüchtlinge waren Kinder unter 15 Jahren.

 

Asylberechtigte Personen in der Mindestsicherung

► Die Zahl der mit der BMS unterstützten KON/SUB in allen Altersgruppen hat sich im März 2018 auf 3.662 (+178 im Vergleich zum Februar 2018) erhöht, obwohl im Februar 2018 lediglich 25 Flüchtlinge ein Bleiberecht zuerkannt erhielten. Die Gründe für diese Zunahme an BMS-Bezieher/innen konnte von der BMS-Statistik noch nicht restlos geklärt werden. Fakt ist allerdings, dass die Zunahme bei syrischen Flüchtlingen im Monatsabstand um etwa 50, bei solchen aus der Russischen Föderation um rund 30, solchen aus Afghanistan um 12 und solchen aus Somalia um etwa 20 gestiegen ist.


► In dieser Zahl von 3.662 sind allerdings alle KON/SUB mitgerechnet, die im März 2018 eine BMS-Grundleistung (Lebensunterhalt/Wohnbedarf) und/oder eine einmalige Unterstützung aus der Mindestsicherung erhalten haben. Werden lediglich jene ausgewiesen, die eine BMS-Grundleistung erhalten haben, dann ist von einer Zahl von 3.390 KON/SUB in allen Altersgruppen, davon 2.100 im erwerbsfähigen Alter, auszugehen.


 ► Die Zahl der mit der BMS unterstützten Bedarfsgemeinschaften hat jetzt wieder auf 1.399 (+76 im Vergleich zum Februar 2018) abgenommen. Statistisch haben wir aktuell immer noch 2,62 unterstützte Personen je Bedarfsgemeinschaft, ein Wert, der zuletzt wieder leicht rückläufig war.


► Kaum Veränderung brachte der März bei der Zusammensetzung nach Nationalitäten. Flüchtlinge aus Syrien stellen mit einem Anteil von rund 51% die Hauptgruppe der KON/SUB-BMS-Bezieher/innen, gefolgt von Flüchtlingen aus der Russischen Föderation (rund 24%) und aus Afghanistan (rund 8%), aus dem Irak (rund 5%) oder aus Somalia (rund 5%).


► Angesichts der moderaten Steigerung der BMS-Bezieherzahlen haben sich auch die monatlichen Gesamtkosten für die BMS für Flüchtlinge mit € 1,608 Mio. (+ € 0,061 Mio. gegenüber dem Februar 2018) wieder leicht erhöht.


► Die Zahl der unbegleiteten jugendlichen Flüchtlinge hat sich weiter auf 165 verringert, wobei nur mehr 91 in Wohnheimen der Caritas, des IfS oder in betreuten Wohnformen von SOS Kinderdorf oder Kinderdorf Vorarlberg betreut werden. 70 der 165 stehen noch im Asylverfahren, 13 sind anerkannte Konventionsflüchtlinge und 82 von ihnen wurde subsidiärer Schutz zuerkannt.

 

Sprachförderung für Flüchtlinge

► Im Bereich der Grundversorgung haben 474 Asylwerber/innen an 45 Kursen verschiedener Niveaus teilgenommen und 138 bleibeberechtigte Flüchtlinge absolvierten Kursangebote für Deutsch und Integration im Rahmen des ÖIF-Sprachpakets.


► Im 1. Quartal 2018 wurden im Rahmen des ÖIF 70 A1-Kurs-Prüfungen abgenommen, davon wurden 38 (54,3%) bestanden.


 ► Der ÖIF hat im 1. Quartal 2018 insgesamt 254 Sprachstandsfeststellungen durchgeführt. In rund 21% aller Testungen wurde ein Alphakurs empfohlen, in rund 41% der Fälle ein A1-Kurs, für die restlich getesteten Personen ein höheres Kursniveau.

 

Bereich Arbeitsmarktintegration

► In Bezug auf Altersstruktur der beim AMS vorgemerkten Flüchtlinge sind noch einmal leichte Veränderungen eingetreten. Der Anteil der Flüchtlinge unter 25 ist auf jetzt mit 37,5% wieder etwas angestiegen, der Anteil der 25-45-Jährigen auf 47,6% hat wieder etwas nachgelassen und jener der über 45-Jährigen ist in etwa stabil geblieben.


► Die Qualifikationsstruktur hat sich gegenüber dem Vormonat nicht mehr verändert. Immer noch verfügen 74,4% der KON/SUB in AMS-Betreuung über keine die Pflichtschule hinausgehende berufliche oder schulische Ausbildung und nur 15,6% der vorgemerkten Flüchtlinge haben eine höhere Schule oder eine akademische Ausbildung absolviert.


► Von den insgesamt 1.144 beim AMS vorgemerkten Flüchtlingen waren Ende Februar 521 (45,5%) in diversen Schulungsmaßnahmen untergebracht, 25 (2,2%) sind für die Aufnahme einer Lehrausbildung sofort verfügbar vorgemerkt.


► Das der Vorarlberger Arbeitsmarkt aufnahmefähig ist, beweisen auch die Vermittlungszahlen des AMS. Während im 1. Quartal 2018 bereits 251 Beschäftigungsaufnahmen von bleibeberechtigten Flüchtlingen erreicht werden konnten, waren es im Vergleichszeitraum 2017 lediglich 162.


► Die Zahl der unselbständig Beschäftigten in den Hauptflüchtlingsgruppen (Syrer, Afghanen, Somalis, Irakis, Iraner, Pakistani, Russische Förderation) hat mit 1.583 auf den bisherigen Höchstwert erreicht. Mit diesem Beschäftigtenstand sind 533 (+50,8%) Menschen aus diesen Herkunftsländern mehr beschäftigt als noch im März des Vorjahres.

 

 


Zusammenfassungen der Berichte der vorangegangenen zwei Monate:

 

"Management-Summary – Flüchtlingswesen" Februar 2018

 

► Die Zahl der Asylwerber/innen in der Grundversorgung ist wie in den letzten Monaten auch im Februar 2018 weiter auf jetzt 2.294 zurückgegangen, die auf 583 Quartiere in 72 Gemeinden verteilt sind. Der Anteil der männlichen Asylwerber ist im letzen Monat mit 68,7% ganz leicht gesunken, jener der weiblich entsprechend leicht angestiegen.

► Stärkste Gruppe in der Grundversorgung sind mit 44,4% Flüchtlinge aus Afghanistan, etwa 15,3% sind Iraker, 9,4% stammen aus Somalia, 8,5% aus der Russischen Föderation. Syrer stellen nur mehr 6,2% aller Asylwerber in Vorarlberg.

► 41 Flüchtlinge (25 KON, 9 SUB) haben im Februar 2018 das Bleiberecht zuerkannt erhalten. 7 dieser 41 Flüchtlinge waren Kinder unter 15 Jahren.

► Die Zahl der mit der BMS unterstützten KON/SUB in allen Altersgruppen hat sich im Februar 2018 auf 3.532 (-22 im Vergleich zum Jänner 2018) verringert.

► Die Zahl der mit der BMS unterstützten Bedarfsgemeinschaften hat weiter auf jetzt 1.322 (-17 im Vergleich zum Jänner 2018) abgenommen. Statistisch haben wir aktuell 2,67 unterstützte Personen je Bedarfsgemeinschaft, ein Wert, der sich in den letzten 3 Monaten kaum verändert hat.

► Während Flüchtlinge aus Syrien in der Grundversorgung nurmehr mit einem geringen Anteil vertreten sind, stellen sie mit einem Anteil von 50,6% die Hauptgruppe der KON/SUB-BMS-Bezieher/innen, gefolgt von Flüchtlingen aus der Russischen Föderation (23,7%) und aus Afghanistan (7,8%), aus dem Irak (5,4%) oder aus Somalia (4,3%).

► Die monatlichen Gesamtkosten für die BMS für Flüchtlinge haben sich mit € 1,549 Mio. weiter deutlich reduziert, so niedrig wie seit dem Sommer 2016 nicht mehr.

► Die Zahl der unbegleiteten jugendlichen Flüchtlinge hat sich weiter auf 171 verringert, wobei nur mehr 99 in Wohnheimen der Caritas, des IfS oder in betreuten Wohnformen von SOS Kinderdorf oder Kinderdorf Vorarlberg betreut werden. 73 der 171 stehen noch im Asylverfahren, 15 sind anerkannte Konventionsflüchtlinge und 83 von ihnen wurde subsidiärer Schutz zuerkannt.

► In Bezug auf Altersstruktur der beim AMS vorgemerkten Flüchtlinge sind noch einmal leichte Veränderungen eingetreten. Der Anteil der Flüchtlinge unter 25 ist auf jetzt 36,1% weiter gesunken, der Anteil der 25-45-Jährigen auf 49,4% weiter gestiegen, jener der über 45-Jährigen in etwa stabil geblieben.

► Die Qualifikationsstruktur hat sich gegenüber dem Vormonat marginal in Richtung höhere Ausbildungsabschlüsse verändert. Immer noch verfügen aber 74,2% der KON/SUB in AMS-Betreuung über keine die Pflichtschule hinausgehende berufliche oder schulische Ausbildung und nur 15,7% der vorgemerkten Flüchtlinge haben eine höhere Schule oder eine akademische Ausbildung absolviert.

► Von den insgesamt 1.165 beim AMS vorgemerkten Flüchtlingen waren Ende Februar 485 (41,6%) in diversen Schulungsmaßnahmen untergebracht, 28 (2,4%) sind für die Aufnahme einer Lehrausbildung sofort verfügbar vorgemerkt.

► Die Zahl der unselbständig Beschäftigten in den Hauptflüchtlingsgruppen (Syrer, Afghanen, Somalis, Irakis, Iraner, Pakistani, Russische Förderation) ist nach einem saisonalen Einbruch im Dezember 2017 bereits im Jänner wieder angestiegen und hat nun mit 1.538 den bisherigen Höchstwert. Mit diesem Beschäftigtenstand sind 527 (+52,1%) Menschen aus diesen Herkunftsländern mehr beschäftigt als noch im Februar des Vorjahres.