Dossier zur Veranstaltung „Sag’ wie hältst du’s mit den Geschlechterrollen?“

Die Geschlechterrollenfrage im Integrationsprozess

eine Veranstaltung von okay.zusammen leben
im Rahmen der Veranstaltungsreihe “Über Integration reden!”
am 17. Mai 2017, Foyer der Kulturbühne AMBACH in Götzis


Wie denken Menschen über Geschlechterverhältnisse und wie leben sie diese? Hierarchisch oder egalitär? In traditionellen Modellen, was die Rollen von Frauen und Männern betrifft, oder „modern“ bzw. „liberal“ im Sinne, dass der ökonomischen Eigenständigkeit von Mann und Frau sowie deren Berufstätigkeit der gleiche Stellenwert beigemessen und damit Rollenwahlfreiheit für beide gegeben ist? Diese Fragen begleiteten in den letzten Jahrzehnten die Modernisierung und Liberalisierung vieler europäischer Gesellschaften und waren Gegenstand heftiger Debatten. Mittlerweile sind sie auch Teil der Debatte über Zuwanderung und Integration. Welches Rollenbild bringen ZuwanderInnen aus ihren Herkunftsländern mit und wie beeinflusst das die strukturelle Integration sowie das Zusammenleben in einer pluralen Gesellschaft? Und welche Veränderungen lassen sich im Verlauf von Integrationsprozessen feststellen?

Die Veranstaltung „Sag’ wie hältst du’s mit den Geschlechterrollen?“ bot einige Antworten auf diese Fragen. Interessierte konnten sich über Forschungsergebnisse aus Vorarlberg, Österreich und Deutschland informieren und diese mit den eingeladenen Referentinnen diskutieren.

Auf dieser Seite finden Sie kurze Informationen zu den Vorträgen und Hinweise zu vertiefendender Literatur. Die Präsentationen zu den Vorträgen sowie das Programm der Veranstaltung steht in der rechten Spalte zum Download zur Verfügung.

 

Information zu den Vorträgen und vertiefender Literatur

Input 1: Geschlechterrollen von Geflüchteten in Deutschland – Ergebnisse aus der IAB-BAMF-SOEP-Befragung von Geflüchteten 

Der Beitrag „Geschlechterrollen von Geflüchteten in Deutschland – Ergebnisse aus der IAB-BAMF-SOEP-Befragung von Geflüchteten“ von Jana A. Scheible widmete sich den Ergebnissen der im Titel genannten Befragung. Im Rahmen dieser Befragung werden Personen, die in den Jahren nach 2013 als Schutzsuchende nach Deutschland gekommen sind, wiederholt befragt. Der Vortrag basiert auf den Befragungsergebnissen des Jahres 2016.

 

Zur Referentin

Jana A. Scheible M.Sc. B.Sc. ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Forschungszentrum Migration, Integration und Asyl des deutschen Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Dort ist sie im Kooperationsprojekt „IAB-BAMF-SOEP-Befragung von Geflüchteten“ tätig.

 

Literaturhinweise

Brücker, H., Rother, N., Schupp, J. (Hrsg.) (2016): IAB-BAMF-SOEP-Befragung von Geflüchteten: Überblick und erste Ergebnisse. Forschungsbericht 29, Nürnberg: Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, Download unter: https://www.bamf.de/SharedDocs/Anlagen/DE/Publikationen/Forschungsberichte/fb29-iab-bamf-soep-befragung-gefluechtete.html.

Brücker, H.(et al.) (2016): Geflüchtete Menschen in Deutschland – eine qualitative Befragung. IAB-Forschungsbericht 9/2016, Nürnberg: Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung, Download unter: http://www.iab.de/185/section.aspx/Publikation/k160715301.

 

Ergänzend zu diesen Befunden aus Deutschland möchten wir auf folgende Studien aus Österreich verweisen, die u.a. Ergebnisse zu Einstellungen von Flüchtlingen zu Geschlechterrollen beinhalten:

Buber-Ennser, I. (et al.) (2016): Humankapital, Werte und Einstellungen von Menschen, die 2015 in Österreich Zuflucht suchten, in: PLOS ONE, Sept. 2016, Download unter: http://www.oeaw.ac.at/en/vid/research/research-projects/dipas/plos-one-journal-article/deutsche-uebersetzung-des-artikels/.

Österreichische Akademie der Wissenschaften (2017): Wertehaltungen und Erwartungen von Flüchtlingen in Österreich. Endbericht, Februar 2017, Download unter: http://www.oeaw.ac.at/fileadmin/NEWS/2017/PDF/Studie_Wertehaltungen_und_Erwartungen.pdf.


Input 2: Einstellungen zu Geschlechterrollen und gelebte Geschlechterrollen der zweiten Generation in Vorarlberg

Im Rahmen der TIES-Studie (TIES steht für „The Integration of the European Second Generation“) wurden in verschiedenen europäischen Ländern junge Erwachsene mit und ohne Migrationshintergrund zu unterschiedlichen Themen befragt – darunter auch zu Einstellungen zu Geschlechterrollen und gelebten Geschlechterrollen in der Familien-, Haus- und Erwerbsarbeit. In diesem Input wurden die Ergebnisse zur zweiten Generation in Vorarlberg präsentiert und basierend auf internationalen Forschungsarbeiten kontextualisiert.

 

Zur Referentin

Mag. Caroline Manahl ist seit Herbst 2016 bei „okay.zusammen leben“ für den Programmbereich Bildung und Migration, sozialwissenschaftliche Methoden und Wirkungsmessung und für das Monitoring von Forschungsergebnissen verantwortlich.

 

Literaturhinweise

Manahl, C., Grabherr, E., Burtscher-Mathis, S. (2017): Geschlechterrollenbilder bei der zweiten Generation und bei Personen ohne Migrationshintergrund in Vorarlberg, TIES Vorarlberg/Papier 5, Download unter: http://www.okay-line.at/file/656/papier-5-geschlechterrollenbilder.pdf.

Fleischmann, F., Lackner, T. (2017): Geschlechterrollenwerte in der 2. Einwanderergeneration in Europa. Ergebnisse der internationalen TIES-Studie, Download unter: http://www.okay-line.at/file/656/fleischmann-lackner-geschlechterrollenwerte.pdf.


Input 3: Vorstellungen zur Rollenverteilung von Männern und Frauen bei Jugendlichen in Vorarlberg

In der Studie „Lebenswelten“ wurden Jugendliche im Alter von 14-16 Jahren in Vorarlberg zu ihren Zukunftsvorstellungen, ihrer Lebenssituation, ihren Werthaltungen und zu ihren Vorstellungen über Geschlechterrollen befragt. Die Ergebnisse zu den Geschlechterrollen wurden in diesem Vortrag präsentiert.

 

Zu den Referentinnen

Prof. Dr. Gudrun Quenzel ist seit April 2016 Professorin für Bildungssoziologie an der Pädagogischen Hochschule Vorarlberg. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind Jugendforschung, Bildung und soziale Ungleichheit, Bildungsarmut und Gesundheit.

Mag. Katharina Meusburger ist wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich "Bildung und Gesellschaft" der Pädagogischen Hochschule Vorarlberg.

 

Literaturhinweis

Böheim-Galehr, G., Kohler-Spiegel, H. (Hrsg.) (2017): Lebenswelten – Werthaltungen junger Menschen in Vorarlberg 2016, Innsbruck: Studienverlag.

Bezug unter: https://www.studienverlag.at/page.cfm?vpath=buecher/buchdetail&bookclass=neu&titnr=5631