Ausstellungen zur Migrationsgeschichte

Links zu virtuellen Mussen und Ausstellungsprojekten, die sich mit der jeweils landesspezifischen Migrationsgeschichte befassen:

(Quelle: http://dastandard.at, Olivera Stajic und Eva Zelechowski, 31. Juli 2010)

 

Migrationsmuseen weltweit: http://www.migrationmuseums.org/web

Die Seite bietet eine Vielzahl an Links zu Forschungsinstitutionen, Ausstellungen, Publikationen sowie Audio- und Videomaterial, Events und Museen weltweit. Die Website des Internationalen Netzwerks für Migrations-Institutionen ist in fünf Sprachen aufrufbar und will das Verständnis für Migration in der Öffentlichkeit fördern.

 

Pier 21, Kanada: http://www.pier21.ca

Pier 21 im kanadischen Halifax gilt als Eingangstor für Einwanderer, die zwischen 1928 und 1971 nach Kanada kamen. Der Besucher des virtuellen Museumsportals erhält hauptsächlich Informationen über die Einwanderungsgeschichte des berühmten Hafens. Das Datenmaterial aus der Museumssammlung, das unter anderem aus Büchern und Filmmaterial besteht, kann via E-Mail angefragt werden kann. Die Website enthält zudem Statistiken über die Einwanderung, Fotos und weiterführende Links. Wer eine eigene Geschichte zu erzählen hat, kann die Pier21-Sammlung mit Berichten, Fotos oder anderem Material ergänzen.

 

DOMID, Deutschland: http://www.domid.org

Die Seite des Dokumentationszentrum und Museum über die Migration in Deutschland (DOMiD) findet man eine umfangreiche Linksammlung zu realen und virtuellen Ausstellungen, die der deutschen Migrationsgeschichte gewidmet sind. Besonders empfehlenswert ist die virtuelle Führung durch die Sammlung "Angekommen... Migrantengeschichten aus 40 Jahren". Sie beschäftigt sich mit der Geschichte der spanischen und portugiesischen Gastarbeiter, die seit den 1960er Jahren regelmäßig in Sonderzügen am Bahnhof in Köln-Deutz ankamen. Beeindruckend ist auch die Fotoausstellung "Geteilte Erinnerungen": Auf insgesamt 33 Schwarz-Weiß-Fotografien, die ausschließlich aus privaten Beständen stammen, wird die Arbeits- und Lebenswelt der ehemaligen "Gastarbeiter" in Deutschland dargestellt. DOMiD verleiht diese Sammlung an interessierte Institutionen.

 

Migrationsroute Nordrhein-Westfallen: http://www.migrationsroute.nrw.de

Das Projekt Migrationsroute Nordrhein-Westfallen sammelt Geschichten "vom Kommen, Gehen und Bleiben". Anhand von Erinnerungsorten wird die Ein- und Auswanderungsgeschichte auf dem Gebiet des Deutschen Bundeslandes nachgezeichnet. Die mit den Erinnerungsorten verbundenen Ereignisse reichen vom Mittelalter bis in die jüngste Vergangenheit. Hier findet man zum Beispiel die Auswanderungsgeschichte einer großen jüdischen Familie im 19. Jahrhundert, die von Dorsten nach Chicago zog. Oder die Geschichte der türkischen Gastarbeiterfamilien Genç: Mit dem Brandanschlag auf ihr Haus in der Unteren Wernerstraße in Solingen kommen in der Nacht zum 29. Mai 1993 fünf Menschen ums Leben. Die Besucher der Seiten werden eingeladen, Erinnerungsorte vorzuschlagen und "das Migrationsereignis" zu schildern.

 

Cité nationale de l'histoire de l'immigration, Frankreich: http://www.histoire-immigration.fr

Auf der Seite des Cité nationale de l'histoire de l'immigration findet man umfangreiches Material zur Geschichte der französischen Ein- und Auswanderergruppen. Besonders empfehlenswert ist der Film Deux siècles d'histoire de l'immigration en France, der in einzelnen Kapiteln etwa von den Soldaten aus den Kolonien, die am Ersten Weltkrieg teilgenommen haben, erzählt, oder die Geschichte von Les Trente Glorieuses ("Die prachtvollen Dreißig", 1945-1975) und die Rolle der Migranten, in dieser Zeit des wirtschaftlichen Aufschwungs nachzeichnet. Unter "Des histoires singulières" findet man beeindruckende, berührende und erstaunliche Biographien ein- und ausgewanderter Menschen - einige auch als Video. Die Inhalte der Seite des Cité nationale de l'histoire de l'immigration sind ausschließlich in Französisch.

 

Ellis Island, USA: http://www.ellisisland.org

Die Insel Ellis Island im Hafen von New York war seit 1892 die größte Einwanderungsstelle der USA. Zum Museum Ellis Island gehört ein Online-Archiv, das eine detaillierte Ahnenforschung ermöglicht. Im Datenarchiv des virtuellen Museums kann nach Passagieren sowie nach Schiffen, die im New Yorker Hafen angelegt haben, suchen. Hier kann sich der User vom Schiffsnamen über das Einreisedatum bis hin zum PDF der Original-Passagierliste durchklicken. Neben historischen Hintergrundinformationen zu einzelnen Einwanderungsetappen zwischen 1790 und 2000 sind auch Fotoalben und persönliche Geschichten von Migranten zu finden.

 

Gastarbajteri, Österreich: http://gastarbajteri.at

Gastarbajteri ist die einzige virtuelle Ausstellung zur Geschichte der Gastarbeiter in Österreich. Ausgehend von elf exemplarischen Orten und Zeitpunkten erzählt die Ausstellung die Geschichte der Arbeitsmigration nach Österreich. Zu den Orten, an denen Teile dieser Geschichte geschrieben wurden, zählen die Anwerbestelle in Istanbul, die 1964 von der Österreichischen Wirtschaftskammer errichtet wurde, die sogenannte "Gastarbeiterroute", die Arbeitersiedlung Walddörfl in Ternitz, die Fischfabrik Warhanek oder der Islamische Friedhof in Wien. Bevor sie virtuell wurde, war die Ausstellung im Jahr 2004 im Wien Museum Karlsplatz zu sehen.

 

Museum History Trust of South Australia: http://www.history.sa.gov.au

Das Museum History Trust of South Australia in Adelaide bietet auf seiner Homepage einen virtuellen Rundgang durch die temporären und fixen Ausstellungen zur Migrationsgeschichte im südlichen Australien. Dazu zählen die historische Sammlung zu Besiedelungen, zur Entwicklung sowie eine Holocaust-Gedenksammlung. Das 2010 gestartete Projekt "Hostel Stories" will die Erlebnisse von Migranten aus ihrem Leben in den als "Migrant Hostels" bezeichneten Flüchtlingshäusern dokumentieren. Spannend ist auch die Banner-Sammlung, die unterschiedlich Communitys in Erinnerung an ihre Heimat gefertigt haben.

 

Museum Victoria, Australien: http://museumvictoria.com.au/immigrationmuseum/

Das Museum Victoria bietet eine virtuelle Reise durch die Einwanderungsgeschichte von Downunder. Interessant ist vor allem jener Teil der den einzelnen Migranten-Communities in Victoria gewidmet ist. Hier kann man nach einzelnen Staaten, Jahreszahlen und Statistiken recherchieren sowie bewegende Fotos von Familien-Zusammenführungen betrachten. Im Discovery Centre finden sich Bilder von Ausstellungsstücken, wie zum Beispiel Tagebücher, Kinderspielzeug oder Familienfotos. Eine Besonderheit sind die Audio-Aufzeichnungen "Hear her Voice". Hier kommen EinwandererInnen aus Österreich oder Vietnam zur Wort und erzählen von Hoffnungen und Erlebnissen in Australien und ihren Wurzeln.