Evaluationsbericht der Integrationsarbeit und -landschaft Vorarlbergs

Die Vorarlberger Landesregierung beauftragte 2014 ein externes Institut mit der Evaluation der in den letzten 10 Jahren aufgebauten und geleisteten Integrationsarbeit der Landesregierung und im Land. Bernhard Perchinig und Kenan Güngör (Büro difference, Wien) analysierten den Ist-Stand der Integration in Vorarlberg anhand von Berichten und Dokumentationen, einer internetbasierten Befragung "aller wesentlichen Akteure" (469 ausgefüllte Fragebogen, Response-Rate von 62,5 %) sowie von moderierten Fokusgruppen-Gesprächen.

Der Bericht vermittelt die Evaluationsergebnisse nach den Themenbereichen:

  • Die institutionelle Ebene: Integration als wichtiges Handlungsfeld;
  • Die Wahrnehmung der integrationsbezogenen Entwicklungen in Vorarlberg;
  • Die Bewertung der integrationspolitischen Instrumente „Leitbild“, „Koordinationsstelle der Landesregierung“, „Projektstelle okay.zusammen leben“;
  • Zukünftige Handlungsfelder aus der Perspektive der Integrationsakteure und –akteurinnen.

Darüber hinaus gibt er eine integrationstheoretische Gesamtbetrachtung der Situation und schließt mit Empfehlungen der beiden Experten für die Weiterentwicklung ab.

Download: https://www.vorarlberg.at/pdf/endberichtevaluationderin.pdf


Information:
Mag. Carmen Nardelli
Vorarlberger Landesregierung
carmen.nardelli@vorarlberg.at
www.vorarlberg.at/integration

 


 

Bregenz (OTS) - (VLK) - Der evaluierende Rückblick auf die geleistete Integrationsarbeit in den vergangenen Jahren zeichnet überwiegend ein erfreulich positives und facettenreiches Bild, sagten die Verfasser der Evaluation, Kenan Güngör und Bernhard Perchinig im heutigen (Mittwoch, 24. Juni) Pressegespräch. Die beiden Studienautoren gaben 14 Empfehlungen ab, Landesrat Erich Schwärzler sowie die Integrationssprecherinnen und Integrationssprecher der fünf Landtagsfraktionen wollen diese aufgreifen.

In Vorarlberg sei es gelungen, einen Dialog auf Augenhöhe zu führen, in dem Probleme ebenso offen angesprochen werden wie positive Entwicklungen, betonte Evaluationsautor Kenan Güngör. Es werde analysiert, diskutiert und gehandelt. Aufbauend auf dem bisher erreichten, dient die Evaluation und die darin enthaltenen Empfehlungen somit der Weiterentwicklung der Integrationsarbeit und -landschaft Vorarlbergs. Für Landesrat Schwärzler ist entscheidend, dass die Integrationsaktivitäten "nicht von oben bestimmt, sondern in partnerschaftlicher Zusammenarbeit bei und mit den Menschen umgesetzt werden".

Ziele der Evaluation

Perchinig und Güngör analysierten den Ist-Stand der Integration in Vorarlberg anhand von Berichten und Dokumentationen des Landes, einer internetbasierten Befragung "aller wesentlichen Akteure" (469 ausgefüllte Fragebogen) sowie von moderierten Fokusgruppen-Gesprächen.

Wesentliche Ergebnisse

Bisherige Integrationspolitik Großteils positiv bewertet: Die bisherige Integrationspolitik mit ihrem Fokus auf die Einbindung einer Vielzahl regionaler Akteurinnen und Akteure wird von den involvierten Handelnden Großteils positiv bewertet. Vor allem in den von öffentlichen Einrichtungen getragenen Politikbereichen "Frühe Bildung und frühe Sprachförderung", "Deutschkurse für Erwachsene", "Schule", "Haltung der Landespolitik zum Thema", "Elternarbeit", "Jugendarbeit" und "öffentliche Diskussion" werden Verbesserungen wahrgenommen. Weniger gut bewertet wird das alltägliche Zusammenleben, wobei sowohl Zugewanderte als auch Alteingesessene angesprochen werden, also keine einseitige "Schuldzuschreibung" erfolgt.

Positiv ist auch die sehr gute Bewertung sowohl der zuständigen Einrichtungen der Landesregierung - insbesondere der Koordinationsstelle für Integrationsangelegenheiten und des Integrationsleitbildes - wie der Projektstelle für Zuwanderung und Integration "okay. zusammen leben" zu sehen, die darauf hinweist, dass sich die Akteurinnen und Akteure vom Land gut unterstützt fühlen.

Positive und optimistische Herangehensweise an das Thema Integration: in wesentliches Merkmal der Wahrnehmung der Befragten ist ihre positive und optimistische Herangehensweise an das Thema Integration. Viele Einrichtungen vor allem der öffentlichen Verwaltung haben in den letzten Jahren eigene institutionelle Verantwortlichkeitsstrukturen im Integrationsbereich aufgebaut, sich im Thema weitergebildet und sich mit Akteurinnen und Akteuren aus den Migrantenorganisationen vernetzt, wenngleich dieser Bereich auch noch ausbaubar erscheint.

Empfehlungen

Die im Evaluationsbericht ausgeführten Empfehlungen beruhen auf den Ergebnissen der Evaluierungsstudie und darauf aufbauend auf den Analysen und Einschätzungen der Autoren dieses Berichts. Grob zusammengefasst lauten diese: - Ermöglichungsfaktor Sprache weiterhin vorantreiben - Weiterentwicklung der integrationsorientierten Öffnung von Institutionen - Neuzuwanderungen im Auge behalten - Zusammenhalt stärken - Diskriminierung entgegenwirken - Lebensweltliches Zusammenleben unterstützen, beispielsweise durch Öffnung bestehender Vereine und Strukturen oder Einrichtung niederschwelliger Begegnungsformate - Entwicklungen längerfristig beobachten - Entwicklung eines regelmäßigen "Integrationsmonitorings"

Die fünf Landtagsfraktionen waren sich bei der Beurteilung der Evaluation im Wesentlichen einig: Es hat sich in Sachen Integrationsarbeit in den vergangenen Jahren einiges getan, es gelte jetzt, den eingeschrittenen Weg konsequent fortzusetzen, so die Abgeordneten Matthias Kucera (ÖVP), Vahide Aydin (Grüne), Christoph Waibel (FPÖ), Gabriele Sprickler-Falschlunger (SPÖ) und Martina Pointner (NEOS).

Weitere Informationen unter www.vorarlberg.at/integration