Erfolgreiche Integrationspolitik in den Gemeinden
Ein Tag für Verantwortliche in Politik, Verwaltung und Institutionen
19. November 2007, 9.00 bis 17.30 Uhr
Pförtnerhaus Feldkirch
Veranstaltet von:
okay. zusammen leben, Kinder in die Mitte –
Miteinander der Generationen (Land Vorarlberg) & Familiengerechte
Gemeinde (Land Vorarlberg)
An der Veranstaltung haben 106
Personen teilgenommen.
Kommunen haben ein beträchtliches
Potenzial für die Gestaltung und Moderation von Integrationsprozessen.
In ihrer Trägerschaft befinden sich zentrale Institutionen einer
präventiv ansetzenden Integrationspolitik wie
Kinderbetreuungseinrichtungen, Kindergärten und Pflichtschulen. Es ist
in den Städten und Gemeinden, dass Zugewanderte erstmals und dann in
vielfacher Weise mit den Institutionen des neuen Landes in Kontakt
treten: sei es auf dem Meldeamt oder in der Säuglingsfürsorge. Es ist
die kommunale Ebene, auf der wichtige Lernangebote wie Deutschkurse,
Orientierung für das neue Land oder Elternbildungsangebote gut
erreichbar sind: auch für Zielgruppen, die niederschwellige Angebote
brauchen, um sie nützen zu können. Auf lokaler Ebene bestehen auch viele
Möglichkeiten für den sozialen Kontakt: in den Vereinen, bei Dorf- und
Stadt- oder Schulfesten, an Tagen der "offenen Moschee" u.v.m. Und es
wäre die kommunale Ebene, auf der gut und einfach Möglichkeiten der
gesellschaftlichen und politischen Partizipation von Zugewanderten
(viele von ihnen ohne Wahlrecht) geschaffen werden könnten.
Die
Integration in eine neue Gesellschaft auf struktureller, sozialer und
kultureller Ebene erfordert von ZuwanderInnen beträchtliche
Anstrengungen, die ihnen niemand abnehmen kann. Die Institutionen der
Gesellschaft, in die sie einwandern, können diesen Prozess jedoch
unterstützen und beschleunigen, in dem sie MigrantInnen und ihre
spezifischen Bedürfnisse anerkennen und in ihrer Arbeit und ihren
Angeboten darauf reagieren – im Sinne der Erkenntnis und
gesellschaftspolitischen Haltung, dass eine möglichst gute strukturelle
und soziale Integration möglichst vieler Bewohner und Bewohnerinnen
eines Landes zum Positiven für das Gemeinwohl beiträgt.
Viele
Vorarlberger Gemeinden und Städte sind seit Jahren integrationspolitisch
aktiv. Von der kommunalen Ebene gingen in den letzten Jahren wichtige
Impulse für die landesweite Integrationspolitik aus. Ziele der
Veranstaltung waren es, zum einen sich gemeinsam über den Stand der
kommunalen Integrationspolitik in Vorarlberg und notwendige weitere
Entwicklungen zu vergewissern und zum anderen – im Sinne einer lernenden
Region in Sachen Zuwanderung und Integration – einen Rahmen für den
Austausch bewährter und neuer Praxismodelle zu schaffen.
Programm:
Vormittag: 9.00 – 12.15 Uhr
Begrüßung:
VertreterInnen
der Veranstalter
Bürgermeister Erwin Mohr (Wolfurt)/Vize-Präsident
des Vorarlberger Gemeindeverbandes
Vorträge und Diskussion:
Wo
steht die kommunale Integrationspolitik in Vorarlberg?
Ergebnisse
der Befragung 2007
Eva Grabherr, okay. zusammen
leben/Projektstelle für Zuwanderung und Integration
Erfolgreiche
Integration ist kein Zufall.
Strategien kommunaler
Integrationspolitik als Ergebnisse eines Deutschland-weiten Wettbewerbs
der Bertelsmann-Stiftung zu gelungenen Integrationsprojekten
Alexander
Thamm, Bertelsmann-Stiftung, Gütersloh
Stellungnahmen:
Landesrat
Erich Schwärzler/in der Vorarlberger Landesregierung für
Integrationsangelegenheiten zuständig
Bürgermeister Erwin Mohr/
Vizepräsident des Vorarlberger Gemeindeverbandes
Nachmittag:
13.30 – 17.30 Uhr
Angeboten werden 3 inhaltliche workshops zu
wichtigen Handlungsfeldern kommunaler Integrationsarbeit mit gut
aufbereiteten Beispielen bewährter und neuer Praxis aus Vorarlberg. Die
Workshops werden in zwei Durchgängen angeboten.
Themen:
workshop
1:
"Welche Strukturen braucht kommunale Integrationspolitik?"
(Eva
Grabherr/okay. zusammen leben; Mario Lechner/Stadt Bregenz)
workshop
2:
"Mehr Chancengleichheit durch Bildung: Wie kann eine Kommune
das befördern?"
(Simon Burtscher/okay.zusammen leben; Michaela
Wolf/Marktgemeinde Lustenau, Andre-
as
Holzknecht/OBHUT–Beratungsservice für Kinderbetreuung)
workshop
3:
"Integrationsangebote für Frauen: Lern- und Orientierungsräume
für Migrantinnen auf kommunaler Ebene"
(Johanna
Neußl/Familiengerechte Gemeinde; Elisabeth Planinger/Stadt Dornbirn,
Beate Bröll/Kursleiterin niederschwelliger Deutsch- und
Orientierungskurse in zahlreichen Kommunen)
Mit freundlicher
Unterstützung von:
Amt der Vorarlberger Landesregierung