Veranstaltung zu Islamischem Friedhof in Vorarlberg
Das Sichtbarwerden des Islam.
Eine Begräbnisstätte für
Muslime und Musliminnen in Vorarlberg
Informations- und
Gesprächsveranstaltung
veranstaltet von okay.zusammen
leben/Projektstelle für Zuwanderung und Integration
Montag, 6. Juni
2005, 14.00-17.00 Uhr
Zentrum für Wissenschaft und Weiterbildung
Schloss Hofen, Lochau (bei Bregenz)
Die Frage nach der
religiösen Infrastruktur des Islam und an erster Stelle nach einer
islamischen Begräbnisstätte wurde im Rahmen der Veranstaltung behandelt.
Elisabeth Dörler, Attila Dincer und Eva Grabherr informierten die ca.
50 TeilnehmerInnen über die bisherige religiöse Praxis und den Stand der
Entwicklung in Vorarlberg, über islamisch-religiöse sowie
religionsrechtliche Aspekte und über die bereits abgeschlossene
Errichtung einer islamischen Begräbnisstätte in Ravensburg.
Programm:
Begrüßung und Einführung
Dr. Eva Grabherr, Geschäftsführerin
"okay. zusammen leben"
Vom "Gastarbeitermodell" zur
Einwanderung.
Die Entstehung der Initiativgruppe Islamischer
Friedhof als Ausdruck eines Wandels
Attila Dincer, Initiativgruppe
Islamischer Friedhof, Dornbirn
Religiöse und
religionsrechtliche Aspekte der Errichtung einer islamischen
Begräbnisstätte
Dr. Elisabeth Dörler, Islambeauftragte der
Katholischen Kirche Vorarlberg, Feldkirch
Die Errichtung der
islamischen Begräbnisstätte in Ravensburg (D)
Peter Ederer,
Ausländerbeauftragter der Stadt Ravensburg
Diskussion
Apéro
Wir bitten um Anmeldung, da die TeilnehmerInnenzahl beschränkt
ist.
Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos.
Inhaltliche
Einführung:
Die Arbeitsmigration nach Vorarlberg der letzten
Jahrzehnte hat auch die religiöse Landschaft des Landes verändert. In
dem über viele Jahrhunderte religiös-kulturell weit gehend homogenen
christlichen Vorarlberg ist durch die Zuwanderung aus der Türkei und
Bosnien eine veritable muslimische Bevölkerungsgruppe entstanden. Der
Islam ist mit einem Anteil von 9 % der Bewohnerschaft die zweitgrößte
Religionsgemeinschaft des Landes nach der Katholischen Kirche (rund 78
%) geworden. Er ist auch schon lange nicht mehr ausschließlich eine
Religion von AusländerInnen in Vorarlberg: 2003 verfügten rund 48 % der
im Land lebenden Muslime und Musliminnen über die österreichische
Staatsbürgerschaft. Diese Tendenz nimmt weiter zu.
Da aus
ArbeitsmigrantInnen auf Zeit EinwandererInnen geworden sind, wirft das
nun auch die Frage nach der religiösen Infrastruktur des Islam und an
erster Stelle nach einer islamischen Begräbnisstätte auf.
Die
staatsrechtlichen Grundlagen für ein islamisches religiöses Leben in
Österreich sind längst geschaffen. Das "Sichtbarwerden" einer "anderen"
und für ein Land neuen Religionsgemeinschaft ist jedoch potentiell immer
mit gesellschaftlichen Irritationen verbunden. Das Sichtbarwerden des
Islam in unseren Ländern vollzieht sich noch dazu parallel zu einer
Entwicklung, die - verursacht durch weltpolitische Ereignisse - "den
Islam" in undifferenzierter Weise zunehmend auf "islamischen
Fundamentalismus" reduziert. Eine gute Gestaltung eines solchen
Prozesses benötigt daher ein Bewusstsein für dessen Dynamik,
Dialogbereitschaft und einen konstruktiven Gestaltungswillen auf
muslimischer wie mehrheitsgesellschaftlicher Seite.
In diesem
Sinne informiert die Veranstaltung über die bisherige religiöse Praxis
und den Stand der Entwicklung in Vorarlberg, über islamisch-religiöse
sowie religionsrechtliche Aspekte und über die bereits abgeschlossene
Errichtung einer islamischen Begräbnisstätte in Ravensburg.
Zielgruppe:
MultiplikatorInnen aus den Bereichen Politik, Verwaltung, Soziales,
Gesundheit, Bildung, Migrantenvereine, Medien etc.
Inhaltliche
Information:
www.okay-line.at (Modul "Wissen"):
-Eine
Begräbnisstätte für Muslime und Musliminnen in Vorarlberg, Studie von
Elisabeth Dörler im Auftrag von "okay. zusammen leben", November 2004.
-
Informationen zu "Islam in Vorarlberg", "Islam in Österreich" und
"Islam in Europa".
www.okay-line.at (Modul "Initiativen", "nach
Themen sortieren"):
Informationen zu religiösen Vereinen der
MigrantInnen und zu interreligiösen Aktivitäten.