Regionale , nationale und internationale Studien wie PISA zeigen regelmäßig das schlechte Abschneiden von Kindern migrantischer Herkunft im österreichischen Bildungssystem auf. Das mit Bezug auf diesen Befund von der Projektstelle unterstützte Lernhilfeprojekt stellt eine von mehreren Maßnahmen in der Programmschiene "Bildung für Integration" dar. Sie läuft parallel zum Sprachprogramm "okay. zusammen lernen", das auf den besseren Spracherwerb v. a. der Mütter der Migrantenkinder zielt, und parallel zur Mitarbeit in einer Arbeitsgruppe des Landesschulrates, die an einem inhaltlichen Konzept für die Nachmittagsbetreuung in den Pflichtschulen Vorarlbergs arbeitet.
Das Lernhilfeprojekt wird von "okay. zusammen leben" seit 2004 gefördert und läuft an mehreren Schulen in mehreren Städten und Gemeinden Vorarlbergs. Es wurde von INKA/Institut für interkulturelle Angelegenheiten entwickelt und wird von diesem Verein operativ umgesetzt. Das Projekt wird in laufender Absprache mit den Schulen und den Klassenlehrern durchgeführt und ist derzeit eines der größten Lernhilfeangebote Vorarlbergs. Es finden wöchentlich 2 Stunden Lernhilfe (Deutsch, Rechnen) an einem Nachmittag in der jeweiligen Stammschule statt. Die Lerngruppen bestehen aus 4-6 Kindern und werden von ausgebildetem Lehrpersonal geleitet.
Insgesamt zeichnet sich das Projekt durch mehrere Merkmale aus. Das Projekt orientiert sich an der Nachfrage der Schulen und der Eltern und bindet beide ein. Gemeindeübergreifend konzipiert und operativ von einer Organisation betreut, ergeben sich im organisatorischen Bereich etliche Synergieeffekte, was die Kosten senkt. Die Kinder werden individuell ihren Schwächen und ihrem Leistungsniveau entsprechend von geschultem Lehrpersonal gefördert. Das Projekt wird mit der Schule organisiert. Dadurch sind die Einheiten sowohl räumlich wie zeitlich gut erreichbar.
Das Projekt wird regelmäßig von "okay. zusammen leben" evaluiert (bis zum Schuljahr 2006/2007 jährlich, seitdem alle zwei Jahre). Zu diesem Zweck werden die Eltern, die KursleiterInnen und die Schulen (DirektorInnen und/oder KlassenlehrerInnen) zum Projekt befragt.
Zahlen 2004 bis 2009:
2004: 239 geförderte Kinder in 2 Semestern (in 4 Gemeinden, in 14 Institutionen)
2005: 254 geförderte Kinder in 2 Semestern (in 5 Gemeinden, in 17 Institutionen)
2006: 425 geförderte Kinder in 2 Semestern (in 8 Gemeinden, in 21 Institutionen)
2007: 279 geförderte Kinder in 2 Semestern (in 7 Gemeinden, in 17 Institutionen)
2008: 213 geförderte Kinder in 2 Semestern (in 7 Gemeinden, in 17 Institutionen)
2009: 235 geförderte Kinder in 2 Semestern (in 7 Gemeinden, in 16 Institutionen)
2010: 188 geförderte Kinder in 2 Semester (in 6 Gemeinden, in 16 Institutionen)
2011: 71 geförderte Kinder in 1 Semester (in 5 Gemeinden, in 8 Institutionen)
Finanzierung:
Die Durchführung des Lernhilfeprojekts wird über öffentliche Gelder (Kommunen, Land Vorarlberg, Bundesministerium für Inneres) und Elternbeiträge finanziert