Zuhören
zuhören. Kulturprojekte mit Jugendlichen zur Frage des Zusammenlebens in einer Gesellschaft mit Differenz
(September 2002 bis Jänner 2005)
Das Programm zuhören steht für Jugendkulturprojekte
- mit Jugendlichen: MigrantInnen wie Einheimischen, Mädchen und Jungs,
- in Dornbirn, Hohenems, Hard und Feldkirch
- in Zusammenarbeit mit der Offenen Jugendarbeit, Betrieben, Sozialvereinen, Gemeinden und Kulturfestivals, sowie
- mit KünstlerInnen aus den Sparten Theater, Film und Neue Medien.
Ausgangspunkt
der vielen Projekte war die kritische Feststellung, dass insbesondere
Migrantenjugendliche nur dann gesellschaftliche Aufmerksamkeit
erfahren, wenn sie zuvor "auffällig" geworden sind. Auch die
öffentliche Debatte über diese Jugendlichen ist in erster Linie von
Defiziten dominiert. Ziel des Programms war, Räume zu schaffen, in
denen diese Jugendlichen Gehör finden, ohne dass sie zuvor auffällig
werden mussten; Räume für das Artikulieren von Positionen und das
Entwickeln von Haltungen, und Räume, in denen diese Stimmen auch gehört
werden können. Geschaffen wurden diese Räume mit den Mitteln von
Theater und Video; und wahrnehmen kann und konnte man diese Stimmen im
Rahmen von Theateraufführungen, Radiosendungen, Videoproduktionen und
einer Studie, die auf Basis einer "dichten Beschreibung" der Prozesse
die artikulierten Sichtweisen der Jugendlichen festhält.
"zuhören"-Projekte von "okay.zusammen leben"
Die
Projekte versuchten mit Mitteln des Theaters und des Films einen Raum
für die "Stimmen" von Jugendlichen (Einheimische und MigrantInnen) und
deren Erfahrungen mit Differenz in unserer Gesellschaft zu öffnen, ohne
dass diese zuvor "auffällig" werden mussten. Während die Debatte über
Jugendliche migrantischer Herkunft im überwiegenden Ausmaß an Defiziten
orientiert ist und sie in erster Linie mit Sprachproblemen, schlecht
verlaufenden Bildungskarrieren, Arbeitslosigkeit, Delinquenz etc.
verbunden werden, hatten die Jugendlichen im Rahmen der Projekte die
Möglichkeit, ihren "Stimmen" ungefiltert Gehör zu verschaffen.
Ziel
der Projektreihe war, das Kontaktfeld zwischen "Einheimischen" und
MigrantInnen aus der Sicht der Beteiligten in den Blick zu rücken. Die
Projekte zielten auf eine Erfassung von Erfahrungen und des
Problembewusstseins der Beteiligten auf beiden Seiten des
Integrationsprozesses, sowie auf eine Stärkung ihrer
Konfliktlösungskompetenz. Weiters schufen sie einen Reflexions- und
Lernraum für die Begegnungserfahrung. Eine sorgfältige Dokumentation
erweiterte diesen Reflexions- und Lernraum über die am konkreten
Projekt Teilnehmenden hinaus.
Das Projekt wurde mit
Jugendlichen der Offenen Jugendarbeit Dornbirn und Lehrlingen der Firma
Collini in Hohenems durchgeführt.
Ein wesentlicher
Bestandteil der Prozesse war die begleitende Dokumentation. Der gesamte
Prozess wurde medial und schriftlich erfasst. Daraus entstand eine
Studie, die den Prozessverlauf kritisch analysierte, vor allem aber
auch die inhaltlichen Aussagen der Jugendlichen in Form einer dichten
Beschreibung protokollierte. Aus dem gefilmten Material produzierten
die Jugendlichen jeweils einen Film, der die gemachten Erfahrungen
zusammenfasste und ironisch kommentierte.
Eine genaue
Beschreibung findet sich in der Begleitstudie von Rath & Winkler,
unter "downloads" als "Dokumentation-zuhören" zu finden.
(Die Liste der Beteiligten finden Sie im "Folder-zuhören" unter den downloads.)
"zuhören"-Projekte anderer Projektträger
Ask – Liebe
Ein theaterpädagogisches Projekt mit Jugendlichen des Vereins Sozialsprengel Hard
Im
Rahmen seiner Jugendarbeit realisierte der Verein Sozialsprengel Hard
2003 ein Theaterprojekt mit Jugendlichen, begleitet von Regisseur
Augustin Jagg und der Choreographin Brigitte Jagg.
Das
gemeinsam erarbeitete Stück über eine Liebesbeziehung zwischen einem
"einheimischen" Mädchen und einem türkeistämmigen jungen Mann wurde im
Juni/Juli 2003 mehrfach und mit großem Erfolg aufgeführt.
(Die Liste der Beteiligten finden Sie im "Folder-zuhören" unter den downloads.)
MM2- Mädchen Multimedia Migration
Im Rahmen dieser Reihe wurden von März 2004 bis Februar 2005 drei Projekte mit Lehrlingen durchgeführt:
- MM2 Blick- und Hörfenster.
Masal Gibi ... wie im Märchen
In
diesem Projekt setzten sich Mädchen mit Migrationsgeschichte mit
"Schnittstellen" zwischen Kultur, Kunst und Gesellschaft multimedial
auseinander. Bilder und Töne wurden beim Besuch eines Konzertabends im
Rahmen des Feldkirch Festivals eingefangen und eine eigene Radiosendung
in türkisch-deutsch gestaltet. Das Bildmaterial wurde von den Mädchen
bearbeitet und mit Ton zu einem multimedialen "Klangteppich"
verarbeitet.
- MM2 Blickfenster. Public Spaces.
Mädchenblicke in der Stadt
Die
Projektteilnehmerinnen analysierten ihre individuelle Präsenz im
öffentlichen Raum mittels Video. Nach der Sensibilisierung und
Technikschulung startete eine Kerngruppe von Mädchen in der Feldkircher
Innenstadt und Umgebung. Sie kontaktierten dabei in erster Linie
Mädchen mit Migrationsgeschichte. Die angesprochenen Mädchen filmten
selbst ihre Lieblingsplätze, sprachen darüber und wurden von den
Mädchen des Filmteams medial erfasst.
- MM2 Blickfenster.
Private Spaces ... Lebenswelten. Mädchen mit Migrationsgeschichte in Vorarlberg
In
diesem Video beschrieben Mädchen und Frauen mit Migrationsgeschichte
ihre Lebenssituation. Direkt kontaktiert wurden Mädchen vor allem aus
den Projektgruppen, Mütter, eine Jugendarbeiterin und eine Lehrerin.
Ihre Stellungnahmen gewährten Einblick in die Lebenssituation von
Frauen und Mädchen mit Migrationsgeschichte in Vorarlberg. Familiäre
Traditionen wurden hier transparent und daraus resultierende
Kontakthindernisse von Mädchen mit Migrationsgeschichte wurden
nachvollziehbar.
(Die Liste der Beteiligten finden Sie im "Folder-zuhören" unter den downloads.)
Projektdokumentationen
-
Die Begleitdokumentation "zuhören. Ein theaterpädagogisches Projekt mit
Jugendlichen zur Frage des Zusammenlebens in einer Gesellschaft mit
Differenz" (Rath & Winkler, Juli 2003, 120 Seiten) finden Sie als
Download in der Service-Leiste.
- DVDs zu den einzelnen Projekten erhalten Sie bei:
okay. zusammen leben
Projektstelle für Zuwanderung und
Integration
Färbergasse 15/402
A-6850 Dornbirn
Tel. +43-5572-398102
Fax. +43-5572-398102-4
office@okay-line.at