okay. zusammen leben
Projektstelle für Zuwanderung und Integration
Färbergasse 15/304 . 6850 Dornbirn. Tel. +43 5572 398102 0 . www.okay-line.at




Downloads:
Aktuelle Beschreibung Vorarlbergs als Ges.m. Zuwanderung

Aktuelle ausländische Bevölkerung Vorarlbergs

 
Die Kapitel zu diesem Thema stehen in der rechten Spalte gesammelt als PDF-Datei zum Download zur Verfügung ►
 

Der AusländerInnenanteil in Vorarlberg war Ende 2011 mit 13,5% ähnlich hoch wie in den Jahren zuvor. Vorarlberg hat damit nach Wien (21,5%) weiterhin den zweithöchsten AusländerInnenanteil und liegt über dem österreichischen Durchschnitt (11,0%). Die Stagnation bzw. der leichte Anstieg der letzten Jahre sind nicht auf das negative Wanderungssaldo, sondern vor allem auf die hohen Einbürgerungszahlen bei den türkischen StaatsbürgerInnen und den BürgerInnen aus dem ehemaligen Jugoslawien zurückzuführen. Die größte Gruppe stellen nach wie vor die türkischen StaatsbürgerInnen gefolgt von den deutschen StaatsbürgerInnen.
Die drittgrößte Gruppe bilden die StaatsbürgerInnen aus den Nachfolgestaaten des ehemaligen Jugoslawien. Der Anteil an deutschen ZuwandererInnen ist in den letzten Jahren im Verhältnis zu den anderen Gruppen am stärksten gewachsen.

Mit 31.12.2011 betrug die EinwohnerInnenzahl in Vorarlberg laut Landesstatistik 372.364 (Hauptwohnsitze). Die Zahl der Wohnbevölkerung mit Hauptwohnsitz ist damit im Vergleich zum Vorjahr um 1.812 Personen gestiegen. 322.155 EinwohnerInnen (87% der Gesamtbevölkerung) waren österreichische StaatsbürgerInnen und 50.209 EinwohnerInnen (13,5% der Gesamtbevölkerung) AusländerInnen. Im Vergleich zum Vorjahr, am 31.12.2010 lebten 48.662 AusländerInnen in Vorarlberg, ist damit sowohl die AusländerInnenzahl als auch der AusländerInnenanteil mit 13,5% im Vergleich zu 13% im Vorjahr leicht gestiegen. Vorarlberg hat nach Wien (21,5%) den zweithöchsten AusländerInnenanteil Österreichs. Im gesamtösterreichischen Vergleich liegt er über dem Durchschnitt von 11,0% (Anm.1).

Der in den statistischen Zahlen relativ konstant bleibende AusländerInnenanteil bedeutet nicht, dass es real 2011 keine Zuwanderung gegeben hat. Insbesondere die Zuwanderung von deutschen StaatsbürgerInnen nimmt in den letzten Jahren konstant zu. Die Stagnation der Zuwanderung von türkischen StaatsbürgerInnen und StaatsbürgerInnen aus den Nachfolgestaaten des ehemaligen Jugoslawienist vielmehr auf die Einbürgerungen zurückzuführen (vgl. Artikel "Einbürgerungen" und "Wanderungsbewegungen"). Da die AusländerInnenzahlen nur die ausländischen StaatsbürgerInnen erfassen und somit österreichische StaatsbürgerInnen mit Migrationshintergrund nicht berücksichtigen, vermitteln sie auch kein adäquates Bild der Vorarlberger Bevölkerung mit Migrationshintergrund (vgl. Artikel "Bevölkerung Vorarlbergs mit Migrationshintergrund").

Die größte Gruppe ausländischer EinwohnerInnen bilden mit 13.703 EinwohnerInnen (Hauptwohnsitze) die türkischen StaatsbürgerInnen (Anm. 2). Die Zahl der türkischen EinwohnerInnen ist somit im Jahr 2011 im Vergleich zum Vorjahr um 74 Personen gesunken. Auch hier ist allerdings zu berücksichtigen, dass speziell in den letzten 15 Jahren viele türkischstämmige EinwohnerInnen eingebürgert wurden. Alleine 2010 war dies bei 187 ehemaligen türkischen StaatsbürgerInnen der Fall, sodass dieser Rückgang nicht auf ein negatives Wanderungssaldo, sondern auf die große Zahl an Einbürgerungen zurückzuführen ist.
 
Seit 2007 bilden die MigrantInnen aus Deutschland mit aktuell 13.604 Personen oder 27,1% die zweitgrößte Gruppe der ausländischen Bevölkerung. Die Zahl der deutschen StaatsbürgerInnen ist mit 772 Personen oder 6,0% im Vergleich zum 31.12.2010 am stärksten gestiegen. Dieser relativ starke Zuwachs an deutschen Arbeitskräften ist u.a. auf die Situation am deutschen Arbeitsmarkt zurückzuführen und lässt sich bereits seit mehreren Jahren verfolgen. Die EinwohnerInnenzahl deutscher StaatsbürgerInnen in Vorarlberg (Hauptwohnsitze) ist von 6.295 Personen Ende 2001 auf 13.604 Ende 2011 gestiegen, hat sich also in den letzten 10 Jahren mehr als verdoppelt.

Die Angehörigen eines Nachfolgestaates aus dem ehemaligen Jugoslawien bilden mit 10.285 Personen die drittgrößte Gruppe ausländischer EinwohnerInnen (Hauptwohnsitze) (Anm. 3). Die Zahl der Staatsangehörigen aus dem Gebiet des ehemaligen Jugoslawien ist damit 2011 im Vergleich zum Vorjahr um 142 Personen gesunken. Auch in dieser Gruppe fanden in den letzten 15 Jahren viele Einbürgerungen statt (2010 waren es 189), sodass auch dieser Rückgang vor allem mit den Einbürgerungen erklärt werden kann.
 
Die aus der Türkei und aus dem ehemaligen Jugoslawien stammenden AusländerInnen stellen mit 47,8% den überwiegenden Teil der ausländischen Bevölkerung (Anm. 4). 75% der in Vorarlberg wohnhaften AusländerInnen stammen somit aus den großen drei Zuwanderungsgruppen.
 
Weitere große Zuwanderungsgruppen kommen aus der Schweiz (1.511 Personen oder 3% aller AusländerInnen) der ehemaligen Sowjetunion (1.396 Personen oder 2,8%)) und Italien (1.075 Personen oder 2,1%). Die EU-Erweiterungsstaaten Ungarn (609 Personen oder 1,2%), Tschechien, Slowakei (576 Personen oder 1,1%) und Polen (459 Personen oder 0,9%) sind dagegen vergleichsweise seltener vertreten. Die relativ starke Zunahme an Zuwanderung aus der ehemaligen Sowjetunion in den letzten Jahren ist vor allem durch die Aufnahme von Flüchtlingen aus Tschetschenien zu erklären.

Anmerkungen:
1 Statistik Austria vom 19.05.2011
2 Landesstatistik vom 31.12.2011
3 Landesstatistik vom 31.12. 2011
4 Landesstatistik vom 31.12. 2011
__
Sas, 02.03.2010
Downloads:
Aktuelle Beschreibung Vorarlbergs als Ges.m. Zuwanderung