Aktuelle ausländische Bevölkerung Vorarlbergs

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Der
AusländerInnenanteil in Vorarlberg war Ende 2009 mit knapp 13% ähnlich
hoch wie in den Jahren zuvor. Vorarlberg hat damit nach Wien (20%)
weiterhin den zweithöchsten AusländerInnenanteil und liegt über dem
österreichischen Durchschnitt (10,4%). Die Stagnation der letzten Jahre
ist nicht auf das negative Wanderungssaldo, sondern vor allem auf die
hohen Einbürgerungszahlen bei den türkischen StaatsbürgerInnen und den
BürgerInnen aus dem ehemaligen Jugoslawien zurückzuführen. Die größte
Gruppe stellen nach wie vor die türkischen StaatsbürgerInnen, gefolgt
von den deutschen StaatsbürgerInnen.
Die drittgrößte Gruppe bilden
die StaatsbürgerInnen aus den Nachfolgestaaten des ehemaligen
Jugoslawien. Der Anteil an deutschen ZuwandererInnen ist, bedingt durch
die Arbeitsmarktprobleme in Deutschland und die gute Konjunktur
Vorarlbergs, in den letzten Jahren im Verhältnis zu den anderen Gruppen
am stärksten gewachsen.
Mit 31.12.2009 betrug die
EinwohnerInnenzahl in Vorarlberg laut Landesstatistik 369.424
(Hauptwohnsitze). Die Zahl der Wohnbevölkerung mit Hauptwohnsitz ist
damit im Vergleich zum Vorjahr um 1.465 Personen gestiegen. 321.405
EinwohnerInnen (87% der Gesamtbevölkerung) waren österreichische
StaatsbürgerInnen und 48.019 EinwohnerInnen (13% der Gesamtbevölkerung)
AusländerInnen. Im Vergleich zum Vorjahr, am 31.12.2008 lebten 47.025
AusländerInnen in Vorarlberg, ist die AusländerInnenzahl damit nur
geringfügig gestiegen und der AusländerInnenanteil mit 13% im Vergleich
zu 12,8% im Vorjahr relativ konstant geblieben. Vorarlberg hat damit
nach Wien (20%) den zweithöchsten AusländerInnenanteil Österreichs. Im
gesamtösterreichischen Vergleich liegt er auch über dem Durchschnitt
von 10,4% (Anm.1).
Der in den statistischen Zahlen relativ
gleich bleibende AusländerInnenanteil bedeutet jedoch nicht, dass es
real 2009 keine neue Zuwanderung gegeben hat, sondern dass die
Gesamtbevölkerung ähnlich stark gewachsen ist. Der geringe Zuwachs in
absoluten Zahlen in den letzten Jahren ist auch auf die Einbürgerungen
zurückzuführen (vgl. Artikel "Einbürgerungen" und
"Wanderungsbewegungen"). Da die AusländerInnenzahlen nur die
ausländischen StaatsbürgerInnen erfassen und somit österreichische
StaatsbürgerInnen mit Migrationshintergrund nicht berücksichtigen,
vermitteln sie auch kein adäquates Bild der Vorarlberger Bevölkerung
mit Migrationshintergrund (vgl. Artikel "Bevölkerung Vorarlbergs mit
Migrationshintergrund").
Die größte Gruppe ausländischer
EinwohnerInnen bilden mit 13.897 EinwohnerInnen (Hauptwohnsitze) die
türkischen MigrantInnen (Anm. 2). Die Zahl der türkischen
EinwohnerInnen ist somit im Jahr 2009 im Vergleich zum Vorjahr um 6
Personen gesunken. Auch hier ist allerdings zu berücksichtigen, dass
speziell in den letzten 15 Jahren viele türkischstämmige EinwohnerInnen
eingebürgert wurden. Alleine 2009 war dies bei 155 ehemaligen
türkischen StaatsbürgerInnen der Fall, sodass dieser Rückgang nicht auf
ein negatives Wanderungssaldo, sondern auf die große Zahl an
Einbürgerungen zurückzuführen ist.
Seit 2008 bilden die
MigrantInnen aus Deutschland mit 12.145 Personen oder 25,3% die
zweitgrößte Gruppe der ausländischen Bevölkerung. Die Zahl der
deutschen StaatsbürgerInnen ist mit 869 Personen oder 7,7% im Vergleich
zum 31.12.2008 am stärksten gestiegen. Dieser relativ starke Zuwachs an
deutschen Arbeitskräften ist vor allem auf die schwierige Situation am
deutschen Arbeitsmarkt zurückzuführen und lässt sich bereits seit
mehreren Jahren verfolgen. Die EinwohnerInnenzahl deutscher
StaatsbürgerInnen in Vorarlberg (Hauptwohnsitze) ist von 6.295 Personen
Ende 2001 auf 12.154 Ende 2009 gestiegen, was einem Zuwachs von 93% in
den letzten 8 Jahren entspricht.
Die Angehörigen eines
Nachfolgestaates aus dem ehemaligen Jugoslawien (ohne Slowenien) bilden
mit 10.800 Personen die drittgrößte Gruppe ausländischer EinwohnerInnen
(Hauptwohnsitze) (Anm. 3). Die Zahl der Staatsangehörigen aus dem
Gebiet des ehemaligen Jugoslawien ist damit 2009 im Vergleich zum
Vorjahr um 265 Personen gesunken. Auch in dieser Gruppe fanden in den
letzten 10 Jahren viele Einbürgerungen statt (2009 waren es 189),
sodass auch dieser Rückgang vor allem mit den Einbürgerungen erklärt
werden kann.
Die aus der Türkei und aus dem ehemaligen
Jugoslawien stammenden AusländerInnen stellen mit 51,4% den
überwiegenden Teil der ausländischen Bevölkerung (Anm. 4). Nimmt man
die deutschen Staatsangehörigen dazu so stammen 76,7% der in Vorarlberg
wohnhaften AusländerInnen aus diesen drei Zuwanderungsgruppen.
Weitere
große Zuwanderungsgruppen kommen aus der Schweiz (1.460 Personen oder
3% aller AusländerInnen) und Italien (1.022 Personen oder 2,1%) (Anm.
5). Die EU-Erweiterungsstaaten Ungarn (414 Personen oder 0,9%),
Tschechien, Slowakei (493 Personen oder 1%), Polen (376 Personen oder
0,7%) und die Russische Föderation (1.194 Personen oder 2,5%) sind
dagegen vergleichsweise seltener vertreten. Die relativ starke Zunahme
an Zuwanderung aus der ehemaligen Sowjetunion in den letzten Jahren ist
vor allem durch die Aufnahme von Flüchtlingen aus Tschetschenien zu
erklären.
Anmerkungen:
1 Statistik Austria vom 27.05.2009
2 Landesstatistik vom 31.12.2009
3 Landesstatistik vom 31.12.2009
4 Landesstatistik vom 31.12.2009
5 Landesstatistik vom 31.12.2009