okay. zusammen leben
Projektstelle für Zuwanderung und Integration
Färbergasse 15/304 . 6850 Dornbirn. Tel. +43 5572 398102 0 . www.okay-line.at




Downloads:
Aktuelle_Beschreibung_Vorarlb.Zuwanderung

Aktuelle ausländische Bevölkerung Vorarlbergs

Aktuelle ausländische Bevölkerung Vorarlbergs

Die Kapitel zu diesem Thema stehen in der rechten Spalte gesammelt als PDF-Datei zum Download zur Verfügung –>.

Der AusländerInnenanteil in Vorarlberg war Ende 2009 mit knapp 13% ähnlich hoch wie in den Jahren zuvor. Vorarlberg hat damit nach Wien (20%) weiterhin den zweithöchsten AusländerInnenanteil und liegt über dem österreichischen Durchschnitt (10,4%). Die Stagnation der letzten Jahre ist nicht auf das negative Wanderungssaldo, sondern vor allem auf die hohen Einbürgerungszahlen bei den türkischen StaatsbürgerInnen und den BürgerInnen aus dem ehemaligen Jugoslawien zurückzuführen. Die größte Gruppe stellen nach wie vor die türkischen StaatsbürgerInnen, gefolgt von den deutschen StaatsbürgerInnen.
Die drittgrößte Gruppe bilden die StaatsbürgerInnen aus den Nachfolgestaaten des ehemaligen Jugoslawien. Der Anteil an deutschen ZuwandererInnen ist, bedingt durch die Arbeitsmarktprobleme in Deutschland und die gute Konjunktur Vorarlbergs, in den letzten Jahren im Verhältnis zu den anderen Gruppen am stärksten gewachsen.


Mit 31.12.2009 betrug die EinwohnerInnenzahl in Vorarlberg laut Landesstatistik 369.424 (Hauptwohnsitze). Die Zahl der Wohnbevölkerung mit Hauptwohnsitz ist damit im Vergleich zum Vorjahr um 1.465 Personen gestiegen. 321.405 EinwohnerInnen (87% der Gesamtbevölkerung) waren österreichische StaatsbürgerInnen und 48.019 EinwohnerInnen (13% der Gesamtbevölkerung) AusländerInnen. Im Vergleich zum Vorjahr, am 31.12.2008 lebten 47.025 AusländerInnen in Vorarlberg, ist die AusländerInnenzahl damit nur geringfügig gestiegen und der AusländerInnenanteil mit 13% im Vergleich zu 12,8% im Vorjahr relativ konstant geblieben. Vorarlberg hat damit nach Wien (20%) den zweithöchsten AusländerInnenanteil Österreichs. Im gesamtösterreichischen Vergleich liegt er auch über dem Durchschnitt von 10,4% (Anm.1).

Der in den statistischen Zahlen relativ gleich bleibende AusländerInnenanteil bedeutet jedoch nicht, dass es real 2009 keine neue Zuwanderung gegeben hat, sondern dass die Gesamtbevölkerung ähnlich stark gewachsen ist. Der geringe Zuwachs in absoluten Zahlen in den letzten Jahren ist auch auf die Einbürgerungen zurückzuführen (vgl. Artikel "Einbürgerungen" und "Wanderungsbewegungen"). Da die AusländerInnenzahlen nur die ausländischen StaatsbürgerInnen erfassen und somit österreichische StaatsbürgerInnen mit Migrationshintergrund nicht berücksichtigen, vermitteln sie auch kein adäquates Bild der Vorarlberger Bevölkerung mit Migrationshintergrund (vgl. Artikel "Bevölkerung Vorarlbergs mit Migrationshintergrund").

Die größte Gruppe ausländischer EinwohnerInnen bilden mit 13.897 EinwohnerInnen (Hauptwohnsitze) die türkischen MigrantInnen (Anm. 2). Die Zahl der türkischen EinwohnerInnen ist somit im Jahr 2009 im Vergleich zum Vorjahr um 6 Personen gesunken. Auch hier ist allerdings zu berücksichtigen, dass speziell in den letzten 15 Jahren viele türkischstämmige EinwohnerInnen eingebürgert wurden. Alleine 2009 war dies bei 155 ehemaligen türkischen StaatsbürgerInnen der Fall, sodass dieser Rückgang nicht auf ein negatives Wanderungssaldo, sondern auf die große Zahl an Einbürgerungen zurückzuführen ist.

Seit 2008 bilden die MigrantInnen aus Deutschland mit 12.145 Personen oder 25,3% die zweitgrößte Gruppe der ausländischen Bevölkerung. Die Zahl der deutschen StaatsbürgerInnen ist mit 869 Personen oder 7,7% im Vergleich zum 31.12.2008 am stärksten gestiegen. Dieser relativ starke Zuwachs an deutschen Arbeitskräften ist vor allem auf die schwierige Situation am deutschen Arbeitsmarkt zurückzuführen und lässt sich bereits seit mehreren Jahren verfolgen. Die EinwohnerInnenzahl deutscher StaatsbürgerInnen in Vorarlberg (Hauptwohnsitze) ist von 6.295 Personen Ende 2001 auf 12.154 Ende 2009 gestiegen, was einem Zuwachs von 93% in den letzten 8 Jahren entspricht.

Die Angehörigen eines Nachfolgestaates aus dem ehemaligen Jugoslawien (ohne Slowenien) bilden mit 10.800 Personen die drittgrößte Gruppe ausländischer EinwohnerInnen (Hauptwohnsitze) (Anm. 3). Die Zahl der Staatsangehörigen aus dem Gebiet des ehemaligen Jugoslawien ist damit 2009 im Vergleich zum Vorjahr um 265 Personen gesunken. Auch in dieser Gruppe fanden in den letzten 10 Jahren viele Einbürgerungen statt (2009 waren es 189), sodass auch dieser Rückgang vor allem mit den Einbürgerungen erklärt werden kann.

Die aus der Türkei und aus dem ehemaligen Jugoslawien stammenden AusländerInnen stellen mit 51,4% den überwiegenden Teil der ausländischen Bevölkerung (Anm. 4). Nimmt man die deutschen Staatsangehörigen dazu so stammen 76,7% der in Vorarlberg wohnhaften AusländerInnen aus diesen drei Zuwanderungsgruppen.

Weitere große Zuwanderungsgruppen kommen aus der Schweiz (1.460 Personen oder 3% aller AusländerInnen) und Italien (1.022 Personen oder 2,1%) (Anm. 5). Die EU-Erweiterungsstaaten Ungarn (414 Personen oder 0,9%), Tschechien, Slowakei (493 Personen oder 1%), Polen (376 Personen oder 0,7%) und die Russische Föderation (1.194 Personen oder 2,5%) sind dagegen vergleichsweise seltener vertreten. Die relativ starke Zunahme an Zuwanderung aus der ehemaligen Sowjetunion in den letzten Jahren ist vor allem durch die Aufnahme von Flüchtlingen aus Tschetschenien zu erklären.

Anmerkungen:
1 Statistik Austria vom 27.05.2009
2 Landesstatistik vom 31.12.2009
3 Landesstatistik vom 31.12.2009
4 Landesstatistik vom 31.12.2009
5 Landesstatistik vom 31.12.2009

__
Sas, 02.03.2010
Downloads:
Aktuelle_Beschreibung_Vorarlb.Zuwanderung