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Vorarlberg verfügte bis Ende der 80er Jahre im österreichischen Vergleich über eine niedrige Einbürgerungsrate. Speziell die beiden größten Zuwanderungsgruppen, die TürkInnen und die JugoslawInnen, waren bei den Einbürgerungen unterrepräsentiert. In den 90er Jahren stiegen aber die Einbürgerungen in beiden Zuwanderungsgruppen stark an. Dies kann als ein Indiz für den Wandel Vorarlbergs zum Einwanderungsland gesehen werden.Seit 2002 nehmen die Einbürgerungen konstant ab, eine Tendenz die auch für Gesamtösterreich und die anderen Bundesländern zu beobachten ist.
Die Einbürgerungszahlen von 1995-2010 zeigen, dass die Einbürgerungen in den letzten 15 Jahren zuerst stark zunahmen. 2002 erreichten sie mit fast 3000 den bisherigen Höhepunkt. Seit 2002 gehen die Einbürgerungen jedoch konstant zurück, mit Ausnahme eines leichten Anstiegs von 2009 auf 2010. Im Jahr 2009 erlangten 425 Personen die österreichische Staatsbürgerschaft. Das macht im Unterschied zu den 680 Einbürgerungen des Jahres 2008 einen Rückgang von 37,5% aus. Im Verhältnis dazu ist der Anstieg von 425 Einbürgerungen im Jahr 2009 auf 467 Einbürgerungen im Jahr 2010 nur sehr gering (9,8%). Österreichweit ist die Zahl der Einwanderungen vom Jahr 2009 auf das Jahr 2010 um 23,1% gesunken.
Die MigrantInnen aus dem ehemaligen Jugoslawien
[1] und der Türkei, erwerben noch immer den überwiegenden Teil der Staatsbürgerschaften. So ließen sich von 1995 bis 2010 6.924 Bürger aus dem ehemaligen Jugoslawien und 14.357 ehemalige türkische Staatsbürger einbürgern. Die Bürger Ex-Jugoslawiens erhielten in diesen 16 Jahren insgesamt 29,7%, die türkischen Staatsbürger 61,6% aller Einbürgerungen (Gesamt 23.286).
Im Vergleich der beiden Gruppen weisen die türkischen StaatsbürgerInnen bis etwa zum Jahr 2006 wesentlich höhere Einbürgerungszahlen auf. Seit 2006 gleichen sich die Einbürgerungszahlen für die beiden Gruppen sukzessive an. 2007 wurden mit 58,5% der Gesamteinbürgerungen erstmals mehr MigrantInnen aus dem ehemaligen Jugoslawien (608) als türkische MigrantInnen (350 bzw. 33,7%) eingebürgert. Diese Tendenz setzt sich in den Jahren 2008, 2009 und 2010 fort.
[1]Aus Gründen der Übersichtlichkeit wurden die Staatsbürger aus dem ehemaligen Jugoslawien zusammengefasst. Diese Gruppe enthält Staatsbürger aus Bosnien/Herzegowina, der Bundesrepublik Jugoslawien, Kroatien und Slowenien.
Quellen: Statistik Austria, Eigene Berechnungen