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Aktuelle Beschreibung Vorarlbergs als Ges.m. Zuwanderung

Religionszugehörigkeit der Vorarlberger Bevölkerung

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Die bisher im Zehnjahresabstand durchgeführte Volkszählung wird in Zukunft durch die Registerzählung ersetzt. Dabei werden die Informationen nicht von den Bürgern und Bürgerinnen eingeholt, sondern den vorliegenden Verwaltungsregistern entnommen. Da in der Registerzählung das Merkmal Religionszugehörigkeit nicht mehr erhoben wird, stammen die letzten verlässlichen Zahlen zur Religionszugehörigkeit in Vorarlberg bis auf weiteres aus der letzten Volkszählung im Jahr 2001. Die mit Abstand größte Religionsgemeinschaft stellt laut Volkszählung 2001 mit 78% die Römisch-Katholische Kirche. Vorarlberg hat mit 8,4% der Landesbevölkerung österreichweit den größten Anteil an MuslimInnen. Die orthodoxen ChristInnen bilden mit 2,6% die drittgrößte Glaubensgemeinschaft. Bei der Verteilung auf die Bezirke zeigt sich, dass in Bludenz der Anteil der KatholikInnen höher und in Dornbirn niedriger als im Landesdurchschnitt ist. Umgekehrt ist der Anteil der MuslimInnen in Dornbirn höher und in Bludenz niedriger als im Landesdurchschnitt.

Die Zahlen der letzten Volkszählungen erlauben die Unterscheidung der Vorarlberger Bevölkerung nach Religionszugehörigkeit. 273.978 Vorarlberger gaben bei der letzten Volkszählung 2001 als Religionsbekenntnis "römisch-katholisch" an. Der Anteil der größten Religionsgemeinschaft ist somit seit 1991 von 82% auf 78% gesunken. Im Gesamtösterreichischen Vergleich liegt dieser Wert jedoch über dem Durchschnitt von 73,6%. 264.616 KatholikInnen sind österreichische (96,6% aller KatholikInnen), 2.742 deutsche (1%), 2.255 kroatische (0,8%), 290 bosnische (0,1%) und 264 jugoslawische (0,1%) StaatsbürgerInnen.

Die zweitgrößte Religionsgemeinschaft bilden mit 29.334 Personen die MuslimInnen, das sind 8,4% der Gesamtbevölkerung. Damit ist der Anteil der MuslimInnen in Vorarlberg genau doppelt so hoch wie im österreichischen Durchschnitt (4,2%). Vorarlberg weist österreichweit den größten Anteil an MuslimInnen auf. Gegenüber 1991 ist ihr Anteil um 1,9% gestiegen. 18.452 MuslimInnen sind türkische (62,9% aller MuslimInnen), 7.162 österreichische (24,4%), 2931 bosnische (10%) und 330 jugoslawische (1,1%) StaatsbürgerInnen.

20.945 oder 6% der Bevölkerung geben an, ohne Bekenntnis zu sein. Sie bilden die drittgrößte Gruppe. Ihr Anteil hat sich im Vergleich zur Volkszählung 1991 (2,9%) damit verdoppelt. Der Bundesdurchschnitt liegt hier jedoch mit 12% noch deutlich höher.

Die orthodoxen ChristInnen stellen mit 9.127 Personen, das sind 2,6% der Vorarlberger Bevölkerung, die drittgrößte Religionsgemeinschaft. Davon sind 5.173 jugoslawische (56,7% aller orthodoxen ChristInnen), 1.998 bosnische (21,9%) und 1.416 österreichische (15,5%) StaatsbürgerInnen.

Die evangelischen ChristInnen bilden mit 7.817 Personen, das sind 2,2% der Gesamtbevölkerung, eine kleine Gruppe. Den Großteil der Angehörigen dieses Religionsbekenntnisses bilden österreichische (73,6% aller Evangelischen), deutsche (18%) und Schweizer (3,4%) StaatsbürgerInnen. Während Vorarlberg den größten Anteil an MuslimInnen aufweist, ist der Anteil der evangelischen ChristInnen im bundesweiten Vergleich am kleinsten.

Vergleicht man die beiden großen Zuwanderungsgruppen nach Religionsbekenntnis und Staatsangehörigkeit, geben 98% der ZuwanderInnen türkischer Staatsangehörigkeit an MuslimInnen zu sein. Von den EinwanderInnen aus dem ehemaligen Jugoslawien sind 21,5% römisch-katholisch und 46,8% gehören der serbisch-orthodoxen Religionsgemeinschaft an. Zum Islam bekennen sich 22% der ZuwanderInnen aus dem ehemaligen Jugoslawien.

Bei diesen Zahlen ist generell zu berücksichtigen, dass in den Jahren seit 2001 besonders viele Einbürgerungen stattfanden (vgl. Artikel "Einbürgerungen"). Die Zahl der österreichischen MuslimInnen ist somit mittlerweile wesentlich höher. In den Jahren 2002 bis 2009 haben alleine 8.066 ehemals türkische StaatsbürgerInnen die österreichische Staatsbürgerschaft erworben. Auch bei den römischen KatholikInnen und den orthodoxen ChristInnen dürfte es durch Einbürgerungen von Personen aus dem Gebiet des ehemaligen Jugoslawien zu weiteren, wenn auch geringfügigeren, Verschiebungen in Richtung österreichische Staatsbürger gekommen sein.

Beim Vergleich der landesweiten Verteilung der Bevölkerung nach Religionsbekenntnissen in den Bezirken (siehe Grafik), lassen sich nur geringfügige Unterschiede feststellen. Der Anteil der BürgerInnen mit römisch-katholischem Religionsbekenntnis ist in Bludenz (82,4%) etwas höher und in Dornbirn (74,0%) etwas niedriger als im landesweiten Vergleich (78%). Der Anteil in Bregenz und Feldkirch weicht hingegen nur geringfügig ab. Gleichzeitig ist der Anteil an EinwohnerInnen mit islamischem Religionsbekenntnis in Bludenz (5,7%) geringer und in Dornbirn (11,8%) höher, als im landesweiten Vergleich, während die Bezirke Bregenz und Feldkirch auch hier nur geringfügig abweichen. Bei den orthodoxen ChristInnen gibt es in allen Bezirken nur geringfügige Abweichungen. Sie wohnen relativ gleichmäßig auf alle Bezirke verteilt.

 

Religionszugehörigkeit der Vorarlberger Bevölkerung

 

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Sas, 02.03.2010
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