Die ersten drei Kapitel zu diesem Bereich stehen in der rechten Spalte in einem Dokument zusammengefasst zum Download zur Verfügung ►
Die Bevölkerungsentwicklung Vorarlbergs wird in den nächsten Jahrzehnten bis 2075 von zwei Trends geprägt sein: Einerseits wird die Einwohnerzahl auf über 400.000 Personen anwachsen, andererseits wird die Bevölkerung insgesamt altern. Gründe dafür sind sowohl die hohe Geburtenrate in Vorarlberg in den 90er Jahren als auch vor allem aber die geringere Sterblichkeitsrate. Der Faktor Migration wird in den kommenden Jahren maßgeblich die Bevölkerungsentwicklung beeinflussen.
Die Bevölkerung Vorarlbergs
[1] wird, wie die folgende Grafik veranschaulicht, in den nächsten Jahrzehnten bis 2075 konstant wachsen und im Jahr 2075 mit 418.483 Einwohnern den Höchststand erreichen. Das entspricht einem Zuwachs von 13% gegenüber 2010 (369.453). Damit wird das Wachstum in Vorarlberg neben Wien und Niederösterreich über dem Bundesdurchschnitt liegen und insgesamt das drittgrößte sein.
Quelle: Statistik Austria, Demografisches Jahrbuch 2010, Statistik Austria, Bevölkerung im Jahresdurchschnitt, interaktive Datenbank
Geburten- und Wanderungsbilanz
Hauptfaktoren des Bevölkerungswachstums sind die Geburtenbilanz (Anzahl der Geburten, weniger Sterbefälle) und die Wanderungsbilanz (Zu- minus Abwanderung). Laut der Hochrechung der Statistik Austria (Hauptvariante) kann in Österreich in den nächsten 15 Jahren noch von einer ausgeglichenen Geburtenbilanz ausgegangen werden. Ab 2025 wird aber die Zahl der Sterbefälle die Geburtenzahlen übersteigen, während die Wanderungsbilanz auf einem positiven Niveau konstant bleibt. Die natürliche Bevölkerungsbewegung wird somit nicht mehr zu einem Bevölkerungswachstum beitragen. Entscheidend für das Bevölkerungswachstum ist dann die Wanderungsbilanz.
In Vorarlberg wird sich diese Entwicklung zeitlich verzögert vollziehen. Die Geburtenbilanz wird zwar kontinuierlich sinken, aber bis 2030 positiv bleiben. Ab 2030 wird die Geburtenbilanz weiter abnehmen und bis 2050 negative Werte erreichen. Die Wanderungsbilanz wird hingegen laut Prognose bis 2030 sinken, dann aber wieder leicht ansteigen. Die Wanderungsbilanz wird sich also in Vorarlberg stärker auf die Bevölkerungsentwicklung auswirken als die Geburtenbilanz und somit zum Bevölkerungswachstum beitragen. (Quelle: Statistik Austria, Demographisches Jahrbuch 2010, S. 48)
Demografischer Wandel: Bevölkerung Vorarlbergs wird älter [2]
Ab 2050 wird das Bevölkerungswachstum stagnieren bzw. nur mehr leicht zunehmen. Gleichzeitig wird die Bevölkerung Vorarlbergs, wie die obere Grafik zeigt, in dieser Zeit stark altern. Während die absoluten Zahlen der 0 bis 14-jährigen Bevölkerung seit 1995 kontinuierlich sinken, steigt die Zahl der 60-jährigen und älteren seit 1985 konstant an und erreicht 2075 ihren Höhepunkt. Die Gruppe der 15 bis 59-jährigen wächst zunächst noch bis 2015, verringert sich dann aber. Im bundesweiten Vergleich wird für die Gruppe der über 60-jährigen Bevölkerung für Vorarlberg im Zeitraum 2010 bis 2050 der größte Zuwachs erwartet. Während die Gruppe der unter 15-jährigen von rund 62.500 im Jahr 2010 auf rund 58.300 im Jahr 2050 um rund 4.200 Personen bzw. 6,7% sinkt, steigt die Zahl der über 60-jährigen von rund 76.000 im Jahr 2010 auf rund 140.000 im Jahr 2075. Die Gruppe wächst somit um rund 64.000 Personen bzw. 84%, was annäherungsweise einer Verdoppelung entspricht.
Die folgende Grafik unterstreicht diesen demografischen Wandel. Während die unter 15-jährigen 2010 noch 16,9% der Vorarlberger Bevölkerung stellten, werden sie 2075 nur noch 13,9 Prozent repräsentieren. Umgekehrt wird sich der Anteil der Gruppe der über 60-jährigen von derzeit 20,5% auf 33,4% im Jahr 2075 erhöhen. Auch der Anteil der 15 bis 59-jährigen wird sich in diesem Zeitraum von derzeit 62,5% auf 52,7% merklich verringern. Die Bevölkerung Vorarlbergs wird also einerseits weiterhin wachsen, andererseits aber auch stark altern.
Quelle: Statistik Austria, Demografisches Jahrbuch 2010, Statistik Austria, Bevölkerung im Jahresdurchschnitt, interaktive Datenbank
[1]Die folgenden Ausführungen basieren auf der Hauptvariante der Bevölkerungsprognose der Statistik Austria, wie sie auch im Demografischen Jahrbuch 2010 veröffentlicht wurden. Die Hauptvariante geht von einer mittleren Fertilität, Lebenserwartung und Zuwanderung aus.
[2]Die Differenzierung der Altersgruppen (0-14 Jahre, 15-59 Jahre, 60 Jahre und älter) richtet sich nach der gängigen Einteilung der Statistik Austria für Bevölkerungsprognosen. Mit sich bereits vollziehenden bzw. zukünftigen Veränderungen von Erwerbsbiographien (längere Ausbildungszeit, längere Erwerbszeiträume), könnte auch eine Veränderung der statistischen Kategorien einhergehen.