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Die Altersverteilung nach Staatsangehörigkeit hat sich seit Mitte/Ende der 1990er Jahre speziell aufgrund der großen Zahl an Einbürgerungen ehemaliger jugoslawischer und türkischer StaatsbürgerInnen verändert. In den statistischen Zahlen zu den ausländischen Bevölkerungsgruppen sind zwar anteilsmäßig nach wie vor deutlich mehr Personen im erwerbsfähigen Alter zwischen 15 und 59 Jahren und weniger über 60-jährige Personen vertreten, der Anteil an Personen unter 15 Jahren ist hier aber vor allem bei den ausländischen StaatsbürgerInnen in den letzten Jahren relativ stark gesunken. Dass dies vor allem auf die Einbürgerungen und nicht auf ein Verschwinden zurückzuführen ist, zeigt der nach wie vor steigende Anteil an Kindern nichtdeutscher Muttersprache an Vorarlberger Pflichtschulen. Ein großer Teil dieser knapp 30% von Kindern nichtdeutscher Muttersprache verfügt mittlerweile über die österreichische Staatsbürgerschaft und zählt damit in der Staatsbürgerstatistik nicht mehr zu ihrer Herkunftsgruppe.[1]
Seit Mitte/Ende der 1990er Jahre fanden viele Einbürgerungen statt (vgl. Einbürgerungen). Die aktuelle Altersverteilung der Vorarlberger Bevölkerung nach Staatsangehörigkeit zeigt deshalb ein etwas anderes Bild als noch vor 15 Jahren. Laut der Erhebung der Landesstatistik vom 31. Dezember 2011 sind 16,4% (61.182) der Vorarlberger Gesamtbevölkerung (372.364) unter 15 Jahre, 62,5% (232.691) zwischen 15 und 59 Jahren und 21,1% (78.491) über 60 Jahre. Die verschiedenen Staatsbürgerschaften weichen unterschiedlich stark von dieser Gesamtverteilung ab. 16,8% der österreichischen StaatsbürgerInnen sind unter 15, 61% zwischen 15 und 59 und 22,1% über 60 Jahre alt. Die StaatsbürgerInnen aus den Nachfolgestaaten des ehemaligen Jugoslawien (gesamt 9.848) weisen zwar mit 10,1% einen geringeren Anteil an Personen unter 15 Jahren auf, mit 68,3% aber mehr 15- bis 59-jährige und mit 21,6% etwas weniger Personen über 60 Jahre, als österreichische StaatsbürgerInnen. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den Türkischen StaatsbürgerInnen (gesamt 13.703). 14% sind unter 15, 70,8% zwischen 15 und 59 und 15,1% über 60 Jahre. Auch die zweit größte Zuwanderungsgruppe aus Deutschland weicht von der Gesamtverteilung ab und ist ähnlich verteilt wie die Zuwanderungsgruppe aus der Türkei (gesamt 13.604). 14% der deutschen StaatsbürgerInnen sind unter 15, 73,7% zwischen 15 und 59 und 12,3% über 60 Jahre alt.

Quelle: Landesstatistik, 30. Dezember 2011
Diese von der Gesamtbevölkerung abweichenden Verteilungen der großen Zuwanderungsgruppen sind sehr wahrscheinlich auf die tendenziell höhere Zuwanderung von Personen im Erwerbsalter und die große Zahl an Einbürgerungen in den letzten Jahren zurückzuführen. Die Zuwanderer waren in den letzten Jahren vorwiegend im erwerbsfähigen Alter über 15 Jahren. Die bereits länger in Österreich ansässigen Zuwanderer und ihre Familien haben sich in den letzten 15 Jahren vermehrt einbürgern lassen und scheinen deshalb mittlerweile in der Statistik bei den ÖsterreicherInnen auf. Dies erklärt auch den im Verhältnis zu den anderen Gruppen relativ hohen Anteil der unter 15-Jährigen bei den österreichischen StaatsbürgerInnen. In dieser Gruppe befindet sich auch ein großer Anteil an eingebürgerten Jugendlichen mit Migrationshintergrund. Verdeutlicht wird dies durch den steigenden Anteil an Kindern nichtdeutscher Muttersprache in Vorarlberger Pflichtschulen, der mittlerweile gut 30% beträgt. Diese Kinder stammen zwar aus Familien mit Migrationshintergrund wurden aber zum überwiegenden Teil bereits in Österreich geboren und verfügen auch über die österreichische Staatsbürgerschaft. Der Anteil der über 60-jährigen ist hingegen im Vergleich bei den beiden großen Zuwanderungsgruppen aus der Türkei und aus Deutschland besonders niedrig. Ihr Anteil an Personen im erwerbsfähigen Alter ist deutlich höher als der der ÖsterreicherInnen und liegt auch markant über dem der Gesamtbevölkerung.
[1] Die Registerzählung (erstmals 31.12.2011) ersetzt in Zukunft die Volkszählung, Umgangssprache und Religionszughörigkeit werden dabei nicht mehr erhoben. Aussagen zu Umgangssprache und Religionszughörigkeit können nur auf Basis der letzten Volkszählung (2001) erfolgen und dienen als zusätzliche Orientierungsgröße zur Beschreibung der Bevölkerung mit Migrationshintergrund (vgl. Volkszählung Vorarlberg).