okay. zusammen leben
Projektstelle für Zuwanderung und Integration
Färbergasse 15/304 . 6850 Dornbirn. Tel. +43 5572 398102 0 . www.okay-line.at




Downloads:
Bevölkerung Vorarlbergs nach Alter und Religion laut Volkszählung 2001

Altersverteilung der Vorarlberger Bevölkerung nach Staatsangehörigkeit und Religion

Die zwei Kapitel zur Altersverteilung stehen in der rechten Spalte in einem Dokument zusammengefasst zum Download zur Verfügung ►
 
Die Vorarlberger Bevölkerung ist im Verhältnis nach wie vor jünger als die der anderen Bundesländer. Der Vergleich der Altersverteilung nach Staatsbürgerschaften bei der Volkszählung 2001 zeigt, dass die ausländische Bevölkerung einerseits deutlich mehr Personen im erwerbsfähigen Alter zwischen 15 und 59 Jahren und andererseits weniger im Alter über 60 Jahren aufweist. Die StaatsbürgerInnen aus einem Nicht-EU-Land weisen auch einen höheren Anteil an Personen unter 15 Jahren auf. Die ausländische Bevölkerung ist damit jünger als die inländische. Die Altersverteilung nach Religionsgruppen verdeutlicht, welch entscheidenden demographischen Faktor die Bevölkerung mit Migrationshintergrund darstellt. Die vorwiegend aus MigrantInnen zusammengesetzte orthodoxe und muslimische Bevölkerung ist im Vergleich zur römisch-katholischen wesentlich jünger.
 
Laut Volkszählungsergebnis vom 15. Mai 2001 lebten in Vorarlberg 351.095 Personen. Die Bevölkerungszahl ist somit gegenüber 1991 (331.472) um 19.623 bzw. 5,9% gestiegen. Vorarlberg verfügte damit im Vergleichszeitraum 1991 bis 2001 nach Salzburg (6,8%) und Tirol (6,7%) über das drittgrößte Bevölkerungswachstum. Der gesamte Zuwachs ist auf Geburtenüberschüsse zurückzuführen. Während zwischen 1991 und 2001 in Vorarlberg um 19.981 mehr Geburten als Sterbefälle gezählt wurden, war die Wanderungsbilanz in diesem Zeitraum mit einem Überschuss von 351 Personen an Abwanderungen gegenüber Zuwanderungen erstmals negativ.
 
Vorarlberg verfügte laut Volkszählung 2001 österreichweit nach wie vor über den größten Anteil an Kindern im Pflichtschulalter. Während der Wert im österreichischen Durchschnitt 2001 bei 16,8% lag, waren 19,4% (68.014) der Vorarlberger Gesamtbevölkerung (351.095) im Alter zwischen 0 und 14 Jahren. Die Gesamtzahl ist mit rund 68.000 gegenüber 1991 unverändert geblieben, hat sich aber anteilsmäßig um rund 1% verringert.
 
 
Quelle: Volkszählung 2001, eigene Berechnungen
 
Der graphische Vergleich nach verschiedenen Staatsangehörigkeiten zeigt, dass 2001 19,4% der österreichischen StaatsbürgerInnen Vorarlbergs im Alter zwischen 0 und 14 Jahren waren. Bei der Gruppe mit einer Staatsbürgerschaft aus einem anderen EU-Staat waren es hingegen nur 9,3%. Am höchsten war der Wert mit 21,4% bei den StaatsbürgerInnen aus einem Nicht-EU-Staat. Zu dieser Gruppe zählen unter anderem die zwei großen Zuwanderungsgruppen aus der Türkei und dem ehemaligen Jugoslawien. Der Anteil der unter 15-jährigen ist somit in dieser Gruppe deutlich höher als im österreichischen Durchschnitt und auch etwas höher als in der Vorarlberger Gesamtbevölkerung, was auf die etwas höheren Geburtenzahlen (vgl. Entwicklung der Fertilitätsrate) zurückzuführen ist.
 
Höherer Anteil der Personen in erwerbsfähigem Alter bei den Ausländischen StaatsbürgerInnen
62,2% der österreichischen und 63,2% (221.768 Personen) der Vorarlberger Gesamtbevölkerung befanden sich im erwerbsfähigen Alter zwischen 15 und 59 Jahren. Beim Vergleich innerhalb Vorarlbergs zeigt sich, dass der Anteil der Personen im erwerbsfähigen Alter bei der ausländischen Bevölkerung deutlich höher war als bei der inländischen. Während 61,5% der Inländer der Altersgruppe zwischen 15 und 59 Jahren angehörten, waren dies bei den StaatsbürgerInnen aus einem anderen EU-Staat 75,8% und bei StaatsbürgerInnen aus einem Nicht-EU-Staat 73,5%. Dieser höhere Wert erklärt sich vor allem dadurch, dass Personen vor allem im erwerbsfähigen Alter zuwandern.
 
Vorarlberg, das Bundesland mir der jüngsten Bevölkerung
Vorarlberg wies bei allen Volkszählungen seit 1961 den geringsten Anteil an über 60-jährigen auf und ist nach wie vor das Bundesland mit der jüngsten Bevölkerung. Der Anteil der älteren Bevölkerung steigt aber auch in Vorarlberg kontinuierlich. Während 1991 49.031 Personen bzw. 15,1% der Gesamtbevölkerung 60 Jahre und älter waren, zählten 2001 bereits 61.313 Personen bzw. 17,5% der Bevölkerung zu dieser Altersgruppe. Österreichweit lag der Anteil dieser Gruppe mit 21,1% noch höher. Der demographische Wandel stellt auch in Vorarlberg eine große Herausforderung für die Zukunft dar. (vgl. Bevölkerungsentwicklung Vorarlbergs nach Altersgruppen 1985-2075)
 
Der grafische Vergleich innerhalb Vorarlbergs macht deutlich, dass bei den Inländern deutlich mehr Personen 60 Jahre und älter sind als bei den Ausländern. Während 19,1% der österreichischen StaatsbürgerInnen zu dieser Altersgruppe zählten, waren dies bei den ausländischen StaatsbürgerInnen aus der EU 15% und bei denen aus einem Nicht-EU-Staat sogar nur 5,2%. Der Anteil der älteren Menschen ist also speziell bei den StaatsbürgerInnen aus Nicht-EU-Staaten, wie der Türkei und dem ehemaligen Jugoslawien, deutlich niedriger als bei den österreichischen Staatsangehörigen.
 
Die Graphik zeigt im Wesentlichen, dass die ausländische Bevölkerung aus Nicht-EU-Staaten im Vergleich zur inländischen insgesamt „jünger“ ist. Es fanden sich prozentuell mehr Personen in den Altersgruppen 0 bis 14 und 15 bis 59 Jahre als bei den ÖsterreicherInnen. Gleichzeitig wiesen die AusländerInnen aus Nicht-EU-Staaten einen wesentlich geringeren Anteil an Menschen über 60 Jahren auf (5,17% im Vergleich zu 19,10% bei den Österreichern). Diese Tabelle vergegenwärtigt insgesamt die demographische Bedeutung der Bevölkerung ausländischer Herkunft. Diese Bedeutung spiegelt sich zunehmend auch im Schulsystem wider, wo Kinder nichtdeutscher Muttersprache bereits gut 20% aller Kinder in Vorarlberger Pflichtschulen stellen.
 
Altersstrukturen in den einzelnen Herkunftsgruppen
Die bisher behandelten Zahlen vernachlässigen den Vergleich nach Herkunftsgruppen. Die mittlerweile große Anzahl an eingebürgerten MigrantInnen und ihre Nachkommen zählen inzwischen zu den österreichischen StaatsbürgerInnen und werden in den Statistiken nicht mehr als TürkInnen, KroatInnen oder SerbInnen geführt. Eine mögliche Variante, um die Bevölkerung nach Herkunftsgruppen zu analysieren, stellt der Vergleich nach Religionsgemeinschaften dar. Während die einheimischen Vorarlberger überwiegend zum römisch-katholischen Bekenntnis zählen, sind die türkischstämmigen MigrantInnen fast ausschließlich Muslime. Die serbischen und montenegrinischen Zuwanderer sind mehrheitlich orthodoxe Christen. Die aus Bosnien-Herzegowina zugewanderten Personen sind größtenteils Muslime oder orthodoxe Christen. Die verschiedenen Zuwanderungsgruppen lassen sich somit über das Religionsbekenntnis relativ gut identifizieren. Lediglich die kroatischen MigrantInnen sind aufgrund ihres überwiegend römisch-katholischen Bekenntnisses mittels dieser Statistik nicht von den Einheimischen trennbar.
 
Die folgende Grafik veranschaulicht die relativ großen Unterschiede in der Altersverteilung der verschiedenen Religionsgruppen bei der Volkszählung 2001. Während die Verteilung der römisch-katholischen Bevölkerung sich im Vergleich zur Vorarlberger Gesamtbevölkerung lediglich durch den etwas geringeren Anteil an Personen zwischen 15 und 59 Jahren und den etwas größeren Anteil an Personen, die 60 Jahre und älter sind, unterscheidet, weicht die Altersverteilung bei den orthodoxen Christen und den Muslimen relativ stark von der Gesamtbevölkerung ab. Die orthodoxen Christen weisen einen leicht höheren Anteil an Personen unter 15 Jahren, einen deutlich höheren Anteil an Personen im Erwerbsalter und einen deutlich geringeren Anteil an Personen mit 60 und mehr Jahren auf. Noch größer ist der Unterschied bei den MuslimInnen. Während 19,4% der Gesamtbevölkerung Vorarlbergs 2001 unter 15 Jahre alt waren, zählten 26,9% der MuslimInnen zu dieser Altersgruppe. Auch der Anteil der MuslimInnen im Erwerbsalter zwischen 15 und 59 Jahren war mit 70,3% im Vergleich zu 63,2% der Gesamtbevölkerung deutlich höher. Gleichzeitig verfügten sie mit nur 2,9% die 60 Jahre und älter sind über einen vergleichsweise sehr niedrigen Anteil an älteren Menschen. Die Bevölkerung dieser beiden Religionsgruppen ist also insgesamt deutlich jünger als die der Gesamtbevölkerung. Da es sich dabei vorwiegend um Personen aus den beiden größten Zuwanderungsgruppen der Türkei und dem ehemaligen Jugoslawien handelt, vergegenwärtigt diese Grafik die demografische Bedeutung der MigrantInnen und ihrer Nachfahren wesentlich stärker als die Verteilung nach Staatsbürgerschaften.
 
 
Quelle: Volkszählung 2001, eigene Berechnungen
__
Sas, 02.03.2010
Downloads:
Bevölkerung Vorarlbergs nach Alter und Religion laut Volkszählung 2001