Schweiz: Studie über Argumentationsmuster zur Integration im Alltag in St. Gallen
Integration ist zum Schlagwort in Politik und Öffentlichkeit geworden.
Was aber ist gemeint, wenn von Integration gesprochen wird? Wie über
das alltägliche Zusammenleben in unserer Nachbarschaft, im Quartier, im
Sportclub oder in der Kirchengemeinde gesprochen wird, war die
Ausgangsfrage des Forschungsprojektes von Julia Nentwich und Anja
Ostendorp vom Institut für Organisationspsychologie der Universität St.
Gallen. Wen schließen wir ein, wen schließen wir
aus? Welcher rhetorischer Strategien bedienen wir uns, um unser Tun zu begründen, zu rechtfer-
tigen?
Julia Nentwich und Anja Ostendorp vom Lehrstuhl für Organisationspsychologie beschäftigen sich
seit mehreren Jahren mit der Frage, wie mittels "Sprachspielen" in verschiedensten Kontexten
Wirklichkeiten konstruiert werden. Sprachspiele sind Abbilder der Art und Weise, wie über ein
bestimmtes
Thema gesprochen wird und wie sprachliche Ressourcen Wirklichkeiten
begründen. Die beiden Forscherinnen untersuchten in ihrer neuesten
Studie nun auch Sprachspiele im Umfeld der Integration, im Alltag des
Zusammenlebens im Quartier. Das Ziel war dabei zum einen zu
dokumentieren, welche Argumentationslogiken benutzt werden, wenn über
Zusammenleben
gesprochen wird. Zum andern wollten sie herausfinden, ob sich bei diesen Logiken Ansätze finden
lassen, welche die Integration begünstigen. Das Resultat der Forschung sind uns allen bekannte
und
nur allzu vertraute Argumentationsmuster. Sie können vier Typen von
Sprachspielen zugeordnet werden. Der Forschungsbericht beschreibt sie
in eindrücklicher Weise und belegt sie mit einer repräsentativen
Auswahl an Zitaten aus den geführten Gesprächen.
Für
Integrationsprozesse und die Integrationsförderung fruchtbar gemacht
werden kann insbesondere jenes Sprachspiel, in welchem Veränderungen
angesprochen und damit möglich
gemacht werden.
Download: www.eka-cfe.ch/d/integ.asp#stud