Nurcular
Elisabeth Dörler, 2003.
Die Nurcu-Bewegung (sprich nurdschu) ist in Vorarlberg seit dem Jahr 2001 aktiv. Die Gruppe steht den Nurcular um Said Nursi
bzw. der Gruppe um Fethullah Gülen in der Türkei nahe. Sie verstehen
sich als islamische Reformbewegung, die moderne Wissenschaft und
Technologie mit dem Islam versöhnen will. Inhaltliche Grundlage dafür
ist das Werk "risale-i nur külliyati" (Briefe des Lichts) von Said Nursi.
Die Nurcular
wollen im Westen vom Glauben abgefallene Muslime zurückgewinnen bzw.
verhindern, dass im Westen aufgewachsene muslimische Jugendliche ihre
islamische Identität verlieren. Sie gehen vom Islam als einer auf Dauer
bestehenden Größe im Westen aus. Von der Türkei ausgehend wird für 2003
der Aufbau einer Zeitschrift speziell für die türkischen Muslime in den
deutschsprachigen Ländern geplant.
Die theologische Ausrichtung der Nurcular ist in der Türkei umstritten. Sie haben aber einige interessante Akzente im christlich-islamischen Dialog gesetzt.
In
Deutschland ist diese Gruppe bereits relativ weit verbreitet. In
Vorarlberg zählen die Institute "Galileo" für Kultur, Bildung und Sport
mit Sitzen in Dornbirn und Feldkirch, das "Friede-Institut" und der
Frauenverein Mimosa zum Bereich der Nurcular.
Sie sind gemäß den Interessen der Nurcu-Bewegung für
bildungsorientierte jüngere türkische Muslime interessant. Die Vereine
engagieren sich für Bildung. Das "Friede-Institut" engagiert sich stark
auch im Bereich des interreligiösen Dialogs. Mimosa engagiert sich
darüber hinaus stark auch für die interkulturelle Begegnung.