Die Moschee und der religiöse Lehrer des Islam
Elisabeth Dörler, 2003.
Die Moschee (türk. cami) ist ein
religiöses Zentrum, in dem gebetet und der Koran gelernt wird. Man
betritt sie nie mit Schuhen, Frauen immer mit bedecktem Kopf. Der
gläubige Muslim betritt sie nach den rituellen Waschungen.
Die
Gläubigen richten sich beim Gebet nach Mekka; auch die meist
architektonisch ausgestaltete Gebetsnische (arab. mihrab) des Vorbeters
(arab. imam) zeigt nach Mekka. Heute sind es auch Teppiche in den
Moscheen, die für die Betenden die Gebetsausrichtung angeben. Frauen
und Männer beten getrennt: die Männer im Hauptraum, die Frauen dahinter
auf einer Empore oder in einem eigenen Raum.
Die
Freitagskanzel (arab. minbar) wird für die Predigt (arab. hutbe) des
Predigers (arab. hatip) beim Mittagsgebet am Freitag verwendet. Der
Freitag ist der religiöse wöchentliche Feiertag des Islam.
Zum
rituellen Gebet wird durch den Ruf vom Minarett (arab. ezan) durch den
Muezzin eingeladen. In Vorarlberg wird der rituelle Ezan im Gebetsraum
gesungen, da es keine Minarette gibt. Daher sind die islamischen
Gebetsräume in Vorarlberg auch keine Moscheen, sondern eben Gebetsräume
(arab. mescid).
In Vorarlberg übt meist eine Person die
Funktionen von Vorbeter, Prediger und Religionslehrer in Personalunion
aus. Der klassische Islam kennt keinen speziell Beauftragten für diese
Dienste. Jeder fromme Muslim kann von der Gemeinde dazu aufgefordert
werden, diese Dienste zu verrichten. Heute suchen sich die Gemeinden
allerdings meist Absolventen einer Vorbeter- und Predigerschule oder
einer islamischen Fakultät, also einen Spezialisten, für die
Wahrnehmung dieser Funktionen. Traditionell wird der Religions- bzw.
Koranlehrer Hodscha genannt, wobei das Wort auch generell für einen beliebten Lehrer verwendet wird.