okay. zusammen leben
Projektstelle für Zuwanderung und Integration
Färbergasse 15/304 . 6850 Dornbirn. Tel. +43 5572 398102 0 . www.okay-line.at




Die Moschee und der religiöse Lehrer des Islam

Elisabeth Dörler, 2003.

Die Moschee (türk. cami) ist ein religiöses Zentrum, in dem gebetet und der Koran gelernt wird. Man betritt sie nie mit Schuhen, Frauen immer mit bedecktem Kopf. Der gläubige Muslim betritt sie nach den rituellen Waschungen.

Die Gläubigen richten sich beim Gebet nach Mekka; auch die meist architektonisch ausgestaltete Gebetsnische (arab. mihrab) des Vorbeters (arab. imam) zeigt nach Mekka. Heute sind es auch Teppiche in den Moscheen, die für die Betenden die Gebetsausrichtung angeben. Frauen und Männer beten getrennt: die Männer im Hauptraum, die Frauen dahinter auf einer Empore oder in einem eigenen Raum.

Die Freitagskanzel (arab. minbar) wird für die Predigt (arab. hutbe) des Predigers (arab. hatip) beim Mittagsgebet am Freitag verwendet. Der Freitag ist der religiöse wöchentliche Feiertag des Islam.

Zum rituellen Gebet wird durch den Ruf vom Minarett (arab. ezan) durch den Muezzin eingeladen. In Vorarlberg wird der rituelle Ezan im Gebetsraum gesungen, da es keine Minarette gibt. Daher sind die islamischen Gebetsräume in Vorarlberg auch keine Moscheen, sondern eben Gebetsräume (arab. mescid).

In Vorarlberg übt meist eine Person die Funktionen von Vorbeter, Prediger und Religionslehrer in Personalunion aus. Der klassische Islam kennt keinen speziell Beauftragten für diese Dienste. Jeder fromme Muslim kann von der Gemeinde dazu aufgefordert werden, diese Dienste zu verrichten. Heute suchen sich die Gemeinden allerdings meist Absolventen einer Vorbeter- und Predigerschule oder einer islamischen Fakultät, also einen Spezialisten, für die Wahrnehmung dieser Funktionen. Traditionell wird der Religions- bzw. Koranlehrer Hodscha genannt, wobei das Wort auch generell für einen beliebten Lehrer verwendet wird.

__
Sas, 02.03.2010