okay. zusammen leben
Projektstelle für Zuwanderung und Integration
Färbergasse 15/304 . 6850 Dornbirn. Tel. +43 5572 398102 0 . www.okay-line.at




Downloads:
Bauböck/Waldrauch: Staatsbürgerschaftsgesetz 2005

Entwicklung der Einbürgerungen in Österreich

Von 1990 bis 2003 ist die Zahl der Einbürgerungen in Österreich von knapp 9.000 auf 44.500 gestiegen. Seit dem Jahr 2003 sind die Einbürgerungszahlen wieder rückläufig.

Der überwiegende Anteil der Einbürgerungen beruhte auf der "Einbürgerung" nach zehn Jahren und der Miteinbürgerung von Ehepartnern und Kindern dieser Personen. Zehn Jahre ununterbrochener legaler Aufenthalt in Österreich ist ein zentraler Faktor der allgemeinen Einbürgerungsvoraussetzungen. Angehörige einer Person, die diese Bedingung (neben anderen) erfüllt, können sich - was den Zeitraum ihres Aufenthaltes in Österreich betrifft - erleichtert einbürgern lassen.

Die Zunahme der Einbürgerungszahlen ist in erster Linie darauf zurück zu führen, dass die EinwandererInnen den entsprechend langen Zeitraum für die Verleihung der Staatsbürgerschaft in Österreich verbracht haben. Darüberhinaus verweisen die Zahlen jedoch auch auf eine veränderte Haltung der ZuwandererInnen selbst. Diese sehen sich nicht mehr nur vorübergehend in Österreich mit dem Ziel, hier Geld zu verdienen, um wieder in die Heimat zurück zu kehren, sondern haben sich auf Dauer nieder gelassen.

Jedoch auch Ereignisse im Herkunftsland beeinflussen die Einbürgerungszahlen stark, wie die Statistik zeigt. Während des Bürgerkrieges im ehemaligen Jugoslawien Anfang der 90er Jahre ließen sich viele ZuwandererInnen aus dieser Region einbürgern, um einen sicheren Aufenthalt in Österreich zu haben. Und auch die Zahl der Eingebürgerten aus der Türkei wurde in der zweiten Hälfte der 1990er Jahre auch durch rechtliche Änderungen der Stellung von Emigranten in der Türkei (Möglichkeit der Rückgabe der Staatsbürgerschaft unter Beibehaltung wesentlicher Rechte wie Erbschaft und Grundbesitz) beeinflusst.

Das Papier Reform des Staatsbürgerschaftsgesetzes: Hintergründe, Bewertungen, Europäischer Vergleich (16. September 2005) informiert über die Entwicklungen der Einbürgerungen in Österreich in den letzten Jahren und ermöglicht einen Vergleich der Situation in Österreich mit den anderen Staaten der Europäischen Union.

Verfasst wurde es von den Integrationsexperten Rainer Bauböck (Österreichische Akademie der Wissenschaften) und Harald Waldrauch (Europäisches Zentrum für Wohlfahrtspolitik und Sozialforschung). Beide Forscher waren Teil des europaweiten Expertennetzwerkes, das im Auftrag der Europäischen Union die Studie "The Acquisition of Nationality in EU-Member States" erarbeitet hat.

Anlass des Papiers ist die Reform des österreichischen Staatsbürgerschaftsgesetzes. Die Bundesregierung hat im Sommer 2005 einen Entwurf für eine Änderung des Staatsbürgerschaftsgesetzes vorgelegt. Die Begutachtungsfrist endet am 17. Oktober 2005. Es soll mit Januar 2006 in Kraft treten.

Inhaltsverzeichnis:

  • Entwicklung der Einbürgerungen in Österreich
  • Geplante Änderungen, ihre Hintergründe und möglichen Auswirkungen
  • Reformbedarf
  • Tabellen und Diagramme
 
__
Sas, 02.03.2010
Downloads:
Bauböck/Waldrauch: Staatsbürgerschaftsgesetz 2005