Atabay, Ilhami (2010): „Ich bin Sohn meiner Mutter.“ Elterliches Bildungsverhalten und männliche Identitätsentwicklung in türkeistämmigen Familien. Freiburg: Centaurus Verlag, ISBN: 978-3-86226-014-0, S. 192.
Welche Aspekte der Eltern-Sohn-Beziehung prägen Männlichkeitskonzepte innerhalb türkisch-stämmiger Familien? Dieser Fragestellung nimmt sich der Psychologe Ilhami Atabay in seinem jüngsten Werk an.
Anhand von Fallstudien und seiner 20-jährigen Berufserfahrung als Familientherapeut versucht Atabay das Bildungsverhalten türkisch-stämmiger Männer sowie Männlichkeitskonzepte in türkischen Familien näher zu beleuchten. Dabei greift er auf bildungstheoretische Konzepte aus der Psychologie zurück. Aus seinen Erkenntnissen leitet Atabay schließlich Empfehlungen im Umgang mit türkisch-stämmigen Männern für die politisch Verantwortlichen (in Deutschland), das Bildungswesen und das psychosoziale Versorgungssystem ab.
Atabay, Ilhami (2011): „Die Kinder der Gastarbeiter.“ Familienstrukturen türkeistämmiger MigrantInnen zweiter Generation. Freiburg: Centaurus Verlag.
Während in der aktuellen Integrationsdebatte oft nur über MigrantInnen gesprochen wird, statt mit ihnen, geht dieses Buch einen anderen Weg. Es lässt die Kinder der Gastarbeiter selbst zu Wort kommen. Neun junge türkeistämmige Paare berichten über ihren Alltag, über Konflikte in der Partnerschaft und das Ringen um Identität zwischen türkischer Tradition und deutscher Gesellschaft. Dabei werden die eigenen kulturelle Werte- und Normensystemen oft neu definiert, um in einer neuen Lebenswelt existieren zu können. Viele Erwartungen an das Leben in Deutschland sind für diese meist noch in der Türkei geborenen jungen Menschen enttäuscht worden und inzwischen einer realistischeren Einschätzung gewichen. Denn obwohl sie sich dieser Gesellschaft zugehörig fühlen, müssen sie immer wieder erfahren, dass sie hier nicht erwünscht sind. Trotzdem haben viele von ihnen unter diesen oft sehr schwierigen Bedingungen eine beachtliche Entwicklung zustande gebracht, die nicht außer acht gelassen werden sollte. Vor 50 Jahren waren sie die Gastarbeiter, heute haben sie Kinder und Enkelkinder, die in allen Bereichen der Gesellschaft anzutreffen sind.