Einige Prinzipien für die Gestaltung von Übungseinheiten für Deutschlernende

  1. Geben Sie den TeilnehmerInnen und sich Zeit – je öfter der Wortschatz und die Strukturen in unterschiedlichen Situationen geübt werden, desto besser sind sie im Gedächtnis verankert.

 

  1. Wiederholen – wiederholen – wiederholen: Eine neue Struktur, z. B. die Vergangenheit, kann auch mit dem Wortschatz der vorangehenden Kapitel geübt werden. Dies gilt vor allem für Lernende mit wenig (Sprach)-Lernerfahrung.

 

  1. Wir lernen durch Tun, Bewegung, die Aktivierung aller Sinne - hören, riechen, schmecken, sehen, Gestik und Mimik. Dann können sich Wörter und Strukturen auf vielfältige Weise im Gehirn abspeichern. Übungsblätter ausfüllen zu lassen ist nur eine zusätzliche Übungsmöglichkeit, sollte aber nie den Hauptteil einer Lerneinheit darstellen.

 

  1. Lernende sind unterschiedlich schnell unterwegs. Manche verstehen schneller als andere, manche können sich Wörter schwer merken, andere haben so viel Erfahrung mit dem Sprachenlernen, dass ihnen Deutsch als neue Sprache leicht fällt. Wenn Sie mit solchen heterogenen Gruppen arbeiten: Lassen Sie die Lernenden miteinander arbeiten, sich gegenseitig mit Erklärungen in ihren Sprachen helfen, etc.

 

  1. Es kann manchmal sinnvoll sein, Lernende, die in völlig unterschiedlichem Tempo lernen, zu neuen Gruppen zusammen zu fassen; d. h., den einen mehr Möglichkeiten zum Wiederholen zu geben, den anderen mehr neuen Input, ein breiteres Vokabular oder Selbstlernmaterialien.

 

Ihr Engagement für Flüchtlinge schafft eine gute Grundlage für den Deutscherwerb und wird diesen den Anschluss in Kursen mit anerkanntem Abschluss sehr erleichtern
 

Text von Bea Bröll und Mag. Elisabeth Allgäuer-Hackl, Nov. 2015