Fluchtmigration nach Österreich und Vorarlberg

Aufgrund der Aktualität des Themas werden an dieser Stelle ein paar Zahlen zum Thema Fluchtmigration präsentiert. Im Jahr 2015 ist es zu einem ungewöhnlich starken Zuzug syrischer, afghanischer und irakischer StaatsbürgerInnen nach Österreich und Vorarlberg gekommen. Seither hat die Anzahl der Personen, die in Österreich einen Asylantrag stellen, deutlich abgenommen. Aber nach wie vor werden Asylanträge überwiegend von Menschen gestellt, die aus Krisenregionen stammen.  
 

Entwicklung der Asylantragszahlen

Im Jahr 2019 wurden 12.511 Asylanträge gestellt. Das sind 9 % weniger als im Jahr 2018 (13.746 Anträge). Die Anzahl der Asylanträge hat sich somit seit dem Jahr 2015 – indem der Zuzug nach Österreich durch Fluchtmigration besonders hoch war – deutlich verringert und liegt nun etwa auf dem Niveau der Jahre 2006 bis 2011.

 

Anzahl der Asylanträge in Österreich, 2014 bis 2019

Quelle: Bundesministeriums für Inneres, Asylstatistiken der Jahre 2014-2019.

 
Die häufigsten Asylanträge wurden 2019 von StaatsbürgerInnen folgender Länder gestellt:

 

Tabelle 1: Asylanträge nach Staatsbürgerschaften der Antragstellenden, 2019

Quelle: Bundesministeriums für Inneres, Vorläufige Asylstatistik, Dezember 2019.


Schutzsuchende in Vorarlberg

Dieser Zuzug von Schutzsuchenden spiegelt sich auch in der Vorarlberger Bevölkerungsstatistik wider. Diese erfasst die Vorarlberger Wohnbevölkerung zwar nicht anhand des Aufenthaltstitels sondern nach der Staatsbürgerschaft; da bis vor wenigen Jahren allerdings noch sehr wenige Personen aus den heutigen Krisen- und Kriegsgebieten in Vorarlberg wohnhaft waren, kann davon ausgegangen werden, dass es sich dabei überwiegend um Schutzsuchende handelt (mit laufendem oder abgeschlossenen Asylverfahren).

Ende 2019 hatten 2.750 SyrerInnen, 1.755 RussInnen, 1.683 AfghanInnen, 619 SomalierInnen, 536 IrakerInnen, 248 NigerianerInnen, 149 IranerInnen und 130 PakistanerInnen ihren Hauptwohnsitz in Vorarlberg.  

 

Tabelle 2: Vorarlberger Wohnbevölkerung nach ausgewählten Staatsbürgerschaften

Quelle: Amt der Vorarlberger Landesregierung, Bevölkerung zum Stichtag 31.12.2019.

 
 
Demographische Merkmale

Bei diesen Personen handelt es sich überwiegend junge bzw. sehr junge Menschen. So sind bspw. 39 % der in Vorarlberg wohnhaften SyrerInnen jünger als 15 Jahre und weitere 27 % sind zwischen 15 und 30 Jahre alt. 21 % der AfghanInnen sind jünger als 15 Jahre und weitere 56 % sind zwischen 15 und 30 Jahre alt. Zum Vergleich: 16 % der österreichischen StaatsbürgerInnen Vorarlbergs sind jünger als 15 Jahre und weiter 18 % sind zwischen 15 und 30 Jahre alt.  

Je nach Staatsangehörigkeit gibt es bei den Geflüchteten einen teils sehr starken Männerüberhang. Der Anteil an Frauen unter den afghanischen Staatsangehörigen beträgt bspw. 27 % und unter den somalischen Staatsangehörigen 30 %. Bei den SyrerInnen ist das Geschlechterverhältnis mit einem Frauenanteil von 44 % etwas ausgeglichener. Bei den russischen StaatsbürgerInnen überwiegen hingegen die Frauen leicht (Frauenanteil: 53 %). Zum Vergleich: bei den österreichischen StaatsbürgerInnen in Vorarlberg beträgt der Frauenanteil: 51 %.

Quelle: Amt der Vorarlberger Landesregierung, Bevölkerung zum Stichtag 31.12.2019.

 

Personen in der Grundversorgung

In der Grundversorgung werden primär Personen während ihres Asylverwahrens betreut (AsylwerberInnen); sowie Personen, die vor kurzem (im Verlauf der letzten 4 Monate) Asyl zugesprochen bekommen haben (Asylberechtigte), subsidiär Schutzberechtigte und Personen, die aus unterschiedlichen Gründen nicht abgeschoben werden können.
Die Grundversorgung umfasst eine Unterkunft (privates oder in organisiertes Quartier), Verpflegung, medizinischer Versorgung, juristischen Information, usw.

Zu Jahresbeginn 2010 wurden in Vorarlberg 1.060 Personen in der Grundversorgung betreut. Das sind weniger Menschen als in den Vorjahren (Jahresbeginn 2019: ca. 1.600 Personen; Jahresbeginn 2018: ca. 2.500 Personen).

Bei diesen 1.060 Anfang 2020 in der Grundversorgung betreuten Personen handelte es sich um 513 AsylwerberInnen, 83 Asylberechtigte, 330 subsidiär Schutzberechtigte, 82 Personen mit negativem Bescheid und 52 andere Personen.

Quelle: Amt der Vorarlberger Landesregierung, Asylstatistik zu Beginn des 1. Quartals 2020.