Fluchtmigration nach Österreich und Vorarlberg

Aufgrund der Aktualität des Themas werden an dieser Stelle einige Zahlen zum Thema Fluchtmigration präsentiert. Im Jahr 2015 ist es zu einem ungewöhnlich starken Zuzug syrischer, afghanischer und irakischer StaatsbürgerInnen nach Österreich und Vorarlberg gekommen. Seither hat die Anzahl der Personen, die in Österreich einen Asylantrag stellen, deutlich abgenommen. Aber nach wie vor werden Asylanträge überwiegend von Menschen gestellt, die aus Krisenregionen stammen. 
 

Entwicklung der Asylantragszahlen

Im Jahr 2020 wurden 14.775 Asylanträge gestellt. Das sind 15 % mehr als im Jahr 2019 (12.886 Anträge). Die Anzahl der Asylanträge hat sich somit seit dem Jahr 2015 – indem der Zuzug nach Österreich durch Fluchtmigration besonders hoch war – deutlich verringert und liegt nun etwa auf dem Niveau der Jahre 2006 bis 2011.

 

Grafik: Anzahl der Asylanträge in Österreich, 2014 bis 2020

Quelle: Bundesministeriums für Inneres, Asylstatistiken der Jahre 2014-2020.

 
Die häufigsten Asylanträge wurden 2020 von StaatsbürgerInnen folgender Länder gestellt: Syrien, Afghanistan, Marokko, Irak, Somalia, Russische Föderation, Algerien, Iran und Türkei.

 

Tabelle 1: Asylanträge nach Staatsbürgerschaften der Antragstellenden, 2020

Quelle: Bundesministeriums für Inneres, Dezember 2020.


Schutzsuchende in Vorarlberg

Dieser Zuzug von Schutzsuchenden spiegelt sich auch in der Vorarlberger Bevölkerungsstatistik wider. Diese erfasst die Vorarlberger Wohnbevölkerung zwar nicht anhand des Aufenthaltstitels sondern nach der Staatsbürgerschaft; da bis vor wenigen Jahren allerdings noch sehr wenige Personen aus den heutigen Krisen- und Kriegsgebieten in Vorarlberg wohnhaft waren, kann davon ausgegangen werden, dass es sich dabei überwiegend um Schutzsuchende handelt (mit laufendem oder abgeschlossenen Asylverfahren).

Ende 2020 hatten 2.988 SyrerInnen, 1.787 RussInnen, 1.742 AfghanInnen, 681 SomalierInnen, 556 IrakerInnen, 248 NigerianerInnen, 150 IranerInnen und 134 PakistanerInnen ihren Hauptwohnsitz in Vorarlberg. 

 

Tabelle 2: Vorarlberger Wohnbevölkerung nach ausgewählten Staatsbürgerschaften

Quelle: Amt der Vorarlberger Landesregierung, Bevölkerung zum Stichtag 31.12.2020.

 
 
Demographische Merkmale

Bei diesen Personen handelt es sich überwiegend junge bzw. sehr junge Menschen. So sind bspw. 36 % der in Vorarlberg wohnhaften SyrerInnen jünger als 15 Jahre und weitere 29 % sind zwischen 15 und 30 Jahre alt. 20 % der AfghanInnen sind jünger als 15 Jahre und weitere 56 % sind zwischen 15 und 30 Jahre alt. Zum Vergleich: 16 % der österreichischen StaatsbürgerInnen Vorarlbergs sind jünger als 15 Jahre und weiter 18 % sind zwischen 15 und 30 Jahre alt.  

Je nach Staatsangehörigkeit gibt es bei den Geflüchteten einen teils sehr starken Männerüberhang. Der Anteil an Frauen unter den afghanischen Staatsangehörigen beträgt bspw. 28 % und unter den somalischen Staatsangehörigen 31 %. Bei den SyrerInnen ist das Geschlechterverhältnis mit einem Frauenanteil von 42 % etwas ausgeglichener. Bei den russischen StaatsbürgerInnen überwiegen hingegen die Frauen leicht (Frauenanteil: 53 %). Zum Vergleich: bei den österreichischen StaatsbürgerInnen in Vorarlberg beträgt der Frauenanteil: 51 %.

Quelle: Amt der Vorarlberger Landesregierung, Bevölkerung zum Stichtag 31.12.2020.

 

Personen in der Grundversorgung

In der Grundversorgung werden primär Personen während ihres Asylverwahrens betreut (AsylwerberInnen); sowie Personen, die vor kurzem (im Verlauf der letzten 4 Monate) Asyl zugesprochen bekommen haben (Asylberechtigte), subsidiär Schutzberechtigte und Personen, die aus unterschiedlichen Gründen nicht abgeschoben werden können. Die Grundversorgung umfasst eine Unterkunft (privates oder in organisiertes Quartier), Verpflegung, medizinischer Versorgung, juristischen Information, usw.

Zu Jahresbeginn 2021 wurden in Vorarlberg 977 Personen in der Grundversorgung betreut. Das sind weniger Menschen als in den Vorjahren (Jahresbeginn 2020: 1.031 Personen; Jahresbeginn 2019: ca. 1.600 Personen).

Bei diesen 977 Anfang 2021 in der Grundversorgung betreuten Personen handelte es sich um 475 AsylwerberInnen, 54 Asylberechtigte, 343 subsidiär Schutzberechtigte, 85 Personen mit rechtskräftig negativem Bescheid und 20 andere Personen.

Quelle: Amt der Vorarlberger Landesregierung, Asylstatistik zu Beginn des 1. Quartals 2021.