Monatsbericht zum Flüchtlingswesen in Vorarlberg

Wir danken dem Amt der Vorarlberger Landesregierung und insbesondere Herrn Anton Strini, Flüchtlingskoordinator des Landes, für die Bereitstellung des monatlichen "Management-Summary - Flüchtlingswesen".

Den Bericht können Sie unter "Downloads" herunterladen.

 

Zusammenfassung des aktuellen Berichts
"Management-Summary – Flüchtlingswesen" Mai 2019:

 

Abkürzungen:

KON...Konventionsflüchtlinge

SUB...Subsidiär Schutzberechtigte

BMS...Bedarfsorientierte Mindestsicherung

 

Hier die wesentlichsten Punkte aus dem aktuellen Bericht, von Anton Strini – mit Bezug zu den vorangegangen Monatsberichten – zusammengefasst:

 

Grundversorgung

► Die Zahl der Leistungsbezieher/innen in der Grundversorgung ist im Mai 2019 weiter auf 1.327 zurückgegangen, die jetzt noch auf 353 Quartiere in 61 Gemeinden verteilt sind. Genau vor einem Jahr waren noch 2.127 Flüchtlinge in der Grundversorgung registriert, im Mai vor zwei Jahren waren es 3.112. Den höchsten Stand an Flüchtlingen in der Grundversorgung zählten wir in Vorarlberg im April 2016 mit 3.905.

► Von den aktuell 1.327 Leistungsbezieher/innen stehen 729 noch im Asylverfahren (654 davon in 2. Instanz beim BVwG), 98 sind bereits als Konventionsflüchtlinge anerkannt, 381 genießen SUB-Schutz und 119 haben einen sonstigen Aufenthaltstitel.

► Der Anteil der männlichen Asylwerber liegt mit 65,6% fast genau so hoch wie im Vormonat (plus 0,8%-Punkte).

► Die GV-Leistungsbezieher/innen sind zu 28,3% im Bezirk Feldkirch wohnhaft, zu 26,9% im Bezirk Bregenz und zu 23,5% im Bezirk Bludenz. Die restlichen 21,3% der GV-Leistungsbezieher/innen wohnen im Bezirk Dornbirn. Damit ist es im Vergleich zum Vormonat wieder zu leichten Rückgängen in den Bezirken Feldkirch und Bregenz und zu leichten Zunahmen in den Bezirken Bludenz und Dornbirn gekommen.

► Bei der Altersverteilung der Menschen in der Grundversorgung sind nur geringfügige Veränderungen festzustellen. Ihr Anteil im erwerbsfähigen Alter hat im Mai 2019 ganz leicht zugenommen und liegt jetzt bei 69,3% (920 Personen).

► Stärkste Gruppe in der Grundversorgung sind wie auch in den letzten Monaten mit 45,1% nach wie vor Flüchtlinge aus Afghanistan, die zweitstärkste Gruppe bilden Menschen aus dem Irak mit 18,2%. 9,3% stammen aus der Russischen Föderation und 6,4% aus Somalia und 3,8% aus Syrien.

► 23 Flüchtlinge (15 KON, 8 SUB) haben im Mai 2019 das Bleiberecht zuerkannt erhalten. 11 dieser 23 Flüchtlinge waren Kinder unter 15 Jahren. Von den Erwachsenen im Alter von 15 bis 60 Jahre waren 7 Männer und 6 Frauen.

 

Asylberechtigte Personen in der Mindestsicherung

► Die Zahl der mit der BMS unterstützten KON/SUB in allen Altersgruppen hat im Mai gegenüber dem Vormonat um 104 auf jetzt 3.216 weiter abgenommen und liegt damit rund 300 niedriger als im Mai des Vorjahres.

► Stärkste Gruppe der Flüchtlinge im Bezug der BMS sind Menschen aus Syrien (rund 48%), gefolgt von Menschen aus Russischen Föderation (rund 23%) und solchen aus Afghanistan (rund 13%).

► Mit 1.839 ist die Zahl der BMS-Bezieher/innen im erwerbsfähigen Alter (15 bis 60 Jahre) wieder deutlich niedriger (-88) als im Vormonat. Auch die Zahl der Kinder in der Mindestsicherung ist um 24 zurück gegangen.

► Die Zahl der mit der BMS unterstützten Bedarfsgemeinschaften liegt mit 1.138 so niedrig wie seit dem Juni 2016 nicht mehr. Den Höchststand an 1.543 mit BMS unterstützten Bedarfsgemeinschaften erreichte Vorarlberg im März 2017.

► Statistisch umfasst eine Bedarfsgemeinschaft aktuell 2,83 unterstützte Personen. Das ist der höchste Wert seit Beginn der aktuellen Flüchtlingswelle. Im April 2016 lag dieser Wert noch bei 2,20.

► Der Frauenanteil an den Flüchtlingen im Bezug der BMS ist in der Altersgruppe der 15-60-Jährigen ist mit 46,8% wieder leicht höher als im Vormonat.

► Von den vier Vorarlberger BHs wurden im Mai 2019 insgesamt 20 neue Integrationsvereinbarungen mit Flüchtlingen geschlossen, 22 Ermahnungen an KON/SUB ausgesprochen, in 30 Fällen wurden Kürzungen der Mindestsicherung bei KON/SUB verhängt, und 17 Flüchtlinge wurden aufgefordert, sich beim AMS vormerken zu lassen.

► Mit einem Gesamtaufwand der für Flüchtlinge eingesetzten Unterstützungsleistungen aus der Mindestsicherung in Höhe von € 1,262 Mio. liegen wir im Mai 2019 so niedrig wie noch nie seit April 2016.

► Die Zahl der unbegleiteten jugendlichen Flüchtlinge liegt jetzt bei 109. 51 dieser 109 stehen noch im Asylverfahren, 8 sind anerkannte Konventionsflüchtlinge und 50 genießen subsidiären Schutz.

 

Sprachförderung für Flüchtlinge

► Der ÖIF hat im April 2019 weitere 32 Sprachstands-Feststellungen (Einstufungstests) durchgeführt, seit Jahresbeginn damit 370. Im Gesamtjahr 2018 waren es insgesamt 810. Von den 370 heuer getesteten Flüchtlingen wurde rund 19% ein Alpha-Kurs, in rund 44% der Fälle ein A1-Kurs und für rund 26% ein A2-Kurs empfohlen.

► Die ersten über Initiative des Vorarlberger Beschäftigungspaktes beauftragten A2-Integrationssprachkurse und B1-Integrationssprachkurse für jeweils 15 Teilnehmer/innen sind inzwischen gestartet.

► Nachdem die Zahl der Sprachkursteilnehmer/innen lediglich quartalsweise erfasst wird, gibt es dazu sowohl für den Bereich der Grundversorgung als auch für den Bereich der ÖIF-Kursangebote nur die Werte für das erste Quartal 2019, die bereits im letzten Bericht dargestellt wurden. Im nächsten Monatsbericht werden dann die Daten auch für das zweite Quartal verfügbar sein.

► In den Monaten Jänner bis März 2019 haben 141 Absolvent/innen von A1-Startpaket-Kursen die Abschlussprüfung absolviert. 74 davon (rund 52,5%) konnten die Prüfung positiv abschließen und damit für sich die Voraussetzung für weitere Sprachkurse  schaffen. Die Erfolgsquote liegt damit aber kaum über jener im gesamten Vorjahr 2018 (rund 50%).

► 30 bleibeberechtigte Flüchtlinge haben im Mai 2019 an Werte- und Orientierungskursen teilgenommen, damit seit Jahresbeginn 2019 insgesamt 180. Im Gesamtjahr 2018 waren es 597 Kursteilnehmer/innen in diesem Kursbereich.

 

Arbeitsmarktintegration

► Der Anteil der beim AMS vorgemerkten Flüchtlinge unter 25 liegt jetzt bei 38,1% wieder leicht höher, der Anteil der 25-45-Jährigen mit 46,6% und auch jener der über 45-Jährigen ist mit 15,3% gegenüber dem Vormonat leicht geringer.

► Die Qualifikationsstruktur hat sich gegenüber den Vormonaten nicht mehr verändert. Fast vier Fünftel (79,4%) aller KON/SUB, die sich aktuell in AMS-Betreuung befinden, verfügen über keine die Pflichtschule hinausgehende berufliche oder schulische Ausbildung und nur mehr 13,5% der vorgemerkten Flüchtlinge haben eine höhere Schule oder eine akademische Ausbildung absolviert, Frauen nach wie vor mit einem deutlich höheren Anteil als Männer.

► Die Zahl der beim AMS vorgemerkten KON/SUB ist gegenüber dem April um 61 auf aktuell 1.054 zurückgegangen.

► Von den insgesamt 1.054 beim AMS vorgemerkten Flüchtlingen waren Ende Mai 485 (46,0%) in diversen Schulungsmaßnahmen untergebracht, 31 (2,9%) waren für die Aufnahme einer Lehrausbildung sofort verfügbar vorgemerkt. Der nach wie vor sehr hohe Anteil an KON/SUB in Schulungsmaßnahmen des AMS zeigt, dass trotz fehlender Schwerpunktsetzungen in den arbeitsmarktpolitischen Zielvorgaben des Bundes viele arbeitsmarktpolitische Aktivitäten auch für KON/SUB eingesetzt werden.

► Das AMS konnte in den ersten 5 Monaten des Jahres 2019 bereits 566 Beschäftigungsaufnahmen von bleibeberechtigten Flüchtlingen erreichen, im Vergleichszeitraum 2018 waren das lediglich 454. Im gesamten Jahr 2018 waren es 1.121, im Jahr 2017 waren es 828, im Jahr 2016 immerhin 524 und im Jahr 2015 erst 368.

► Die Entwicklung der Zahl der unselbständig Beschäftigten war nicht nur im April sondern nun auch im Mai außergewöhnlich stark. 77 zusätzliche Dienstverhältnisse von Menschen aus Afghanistan, Pakistan, Syrien, Iran, Irak, Somalia und der Russischen Föderation im April und noch einmal 79 zusätzliche Dienstverhältnisse im Mai 2019 sind sehr erfreulich. Die Gesamtzahl der unselbständig Beschäftigten aus den wichtigsten Herkunftsländern der in Vorarlberg wohnhaften Flüchtlinge ist damit auf 2.196 angestiegen.

 


Zusammenfassungen der vorangegangenen zwei Monate:

Zusammenfassung des Berichts "Management-Summary – Flüchtlingswesen" April 2019:

 

Grundversorgung

► Die Zahl der Leistungsbezieher/innen in der Grundversorgung ist im April 2019 weiter auf 1.405 zurückgegangen, die auf 375 Quartiere in 62 Gemeinden verteilt sind. Genau vor einem Jahr waren noch 2.165 Flüchtlinge in der Grundversorgung registriert, im April vor zwei Jahren waren es 3.210. Den höchsten Stand an Flüchtlingen in der Grundversorgung zählten wir in Vorarlberg im April 2016 mit 3.905.

► Von den aktuell 1.405 Leistungsbezieher/innen stehen 766 noch im Asylverfahren (677 davon in 2. Instanz beim BVwG), 138 sind bereits als Konventionsflüchtlinge anerkannt, 385 genießen SUB-Schutz und 116 haben einen sonstigen Aufenthaltstitel.

► Der Anteil der männlichen Asylwerber liegt mit 64,8% fast genau so wie Vormonat  (plus 0,4%-Punkte).

► Die GV-Leistungsbezieher/innen sind zu 29,3% im Bezirk Feldkirch wohnhaft, zu 27,5% im Bezirk Bregenz und zu 22,7% im Bezirk Bludenz. Die restlichen 20,5% der GV-Leistungsbezieher/innen wohnen im Bezirk Dornbirn. Damit ist es im Vergleich zum Vormonat zu leichten Rückgängen im Bezirk Bludenz gekommen und zu leichten Zunahmen in den Bezirken Bregenz und Dornbirn.

► Bei der Altersverteilung der Menschen in der Grundversorgung sind nur geringfügige Veränderungen festzustellen. Ihr Anteil im erwerbsfähigen Alter nimmt stetig leicht ab und liegt jetzt bei 68,0% (956 Personen). Der Anteil der Kinder ist auch im April wieder leicht angestiegen, der Anteil der Menschen über 60 Jahre ist stabil geblieben.

► Stärkste Gruppe in der Grundversorgung sind mit 45,2% nach wie vor Flüchtlinge aus Afghanistan, die zweitstärkste Gruppe bilden Menschen aus dem Irak mit 18,2%. 9,0% stammen aus der Russischen Föderation und 5,8% aus Somalia und 4,9% aus Syrien.

► 22 Flüchtlinge (15 KON, 7 SUB) haben im April 2019 das Bleiberecht zuerkannt erhalten. 11 dieser 22 Flüchtlinge waren Kinder unter 15 Jahren. Von den Erwachsenen im Alter von 15 bis 60 Jahre waren 2 Männer und 9 Frauen.

 

Asylberechtigte Personen in der Mindestsicherung

► Die Zahl der mit der BMS unterstützten KON/SUB in allen Altersgruppen hat im April gegenüber dem Vormonat um 44 auf jetzt 3.320 weiter abgenommen und liegt jetzt wieder in etwa auf dem Niveau vom Jänner 2019.

► Stärkste Gruppe der Flüchtlinge im Bezug der BMS sind Menschen aus Syrien (rund 40%), gefolgt von Menschen aus Russischen Föderation (rund 23%) und solchen aus Afghanistan (rund 12%).

► Mit 1.927 ist die Zahl der BMS-Bezieher/innen im erwerbsfähigen Alter (15 bis 60 Jahre) wieder etwas höher (+39) als im Vormonat. Dagegen hat die Zahl der Kinder im Alter von unter 15 Jahren um 21 weiter abgenommen.

► Die Zahl der mit der BMS unterstützten Bedarfsgemeinschaften liegt nach einem leichten Anstieg im Februar jetzt mit 1.195 wieder leicht geringer als im Vormonat. Im April des Vorjahres waren noch 1.306 Bedarfsgemeinschaften mit BMS-Bezug registriert, im April 2017 waren es noch 1.476.

► Statistisch umfasst eine Bedarfsgemeinschaft 2,78 unterstützte Personen und damit wie schon im Vormonat wieder ganz leicht unter dem Höchstwert vom Februar 2019 mit 2,81. Im April 2016 lag dieser Wert noch bei 2,20.

► Der Frauenanteil an den Flüchtlingen im Bezug der BMS ist in der Altersgruppe der 15-60-Jährigen ist mit 45,9% wieder leicht geringer als im Vormonat (46,4%).

► Von den vier Vorarlberger BHs wurden im April 2019 insgesamt 21 neue Integrationsvereinbarungen mit Flüchtlingen geschlossen, 31 Ermahnungen an KON/SUB ausgesprochen, in 36 Fällen wurden Kürzungen der Mindestsicherung bei KON/SUB verhängt, und 13 Flüchtlinge wurden aufgefordert, sich beim AMS vormerken zu lassen.

► Der Aufwand der für Flüchtlinge eingesetzten Unterstützungsleistungen aus der Mindestsicherung liegt trotz der leichten Verringerung der Zahl der Bezieher/innen mit € 1,359 Mio. wieder ganz leicht geringer als im Vormonat.

► Die Zahl der unbegleiteten jugendlichen Flüchtlinge liegt jetzt bei 113. 54 dieser 113 stehen noch im Asylverfahren, 8 sind anerkannte Konventionsflüchtlinge und 51 genießen subsidiären Schutz.

 

Sprachförderung für Flüchtlinge

► Der ÖIF hat im April 2019 wieder 82 Sprachstands-Feststellungen (Einstufungstests) durchgeführt, seit Jahresbeginn damit 338. Im Gesamtjahr 2018 waren es insgesamt 810. Von den 338 heuer getesteten Flüchtlingen wurde rund 19% ein Alpha-Kurs, in rund 44% der Fälle ein A1-Kurs und für rund 27% ein A2-Kurs empfohlen.

► Über Initiative des Vorarlberger Beschäftigungspaktes stehen seit 15.04. bis Anfang 2020 wieder insgesamt 13 A2-Integrationssprachkurse und seit 29.04. ebenfalls bis Anfang 2020 wieder insgesamt 7 B1-Integrationssprachkurse für jeweils 15 Teilnehmer/innen zur Verfügung.

► Nachdem die Zahl der Sprachkursteilnehmer/innen lediglich quartalsweise erfasst wird, gibt es dazu sowohl für den Bereich der Grundversorgung als auch für den Bereich der ÖIF-Kursangebote nur die Werte für das erste Quartal 2019, die bereits im letzten Bericht dargestellt wurden.

► In den Monaten Jänner bis März 2019 haben 128 Absolvent/innen von A1-Startpaket-Kursen die Abschlussprüfung absolviert. 65 davon (knapp 51%) konnten die Prüfung positiv abschließen und damit für sich die Voraussetzung für weitere Sprachkurse schaffen. Die Erfolgsquote liegt damit aber wie schon im Vorjahr (rund 50%) nicht zufriedenstellend.

► 33 bleibeberechtigte Flüchtlinge haben im April 2019 an Werte- und Orientierungskursen teilgenommen, damit seit Jahresbeginn 2019 insgesamt 150. Im Gesamtjahr 2018 waren es 597 Kursteilnehmer/innen in diesem Kursbereich.

 

Arbeitsmarktintegration

► Der Anteil der beim AMS vorgemerkten Flüchtlinge unter 25 liegt jetzt bei 37,4% wieder leicht höher, der Anteil der 25-45-Jährigen mit 46,3% und auch jener der über 45-Jährigen ist mit 16,3% gegenüber dem Vormonat leicht geringer.

► Die Qualifikationsstruktur hat sich wie schon im Februar gegenüber den Vormonaten leicht verschlechtert und ist im April noch einmal leicht ungünstiger geworden. Fast vier Fünftel (79,6%) aller KON/SUB, die sich aktuell in AMS-Betreuung befinden, verfügen über keine die Pflichtschule hinausgehende berufliche oder schulische Ausbildung und nur mehr 13,5% der vorgemerkten Flüchtlinge haben eine höhere Schule oder eine akademische Ausbildung absolviert, Frauen nach wie vor mit einem deutlich höheren Anteil als Männer.

► Von den insgesamt 1.115 beim AMS vorgemerkten Flüchtlingen waren Ende April 440 (39,5%) in diversen Schulungsmaßnahmen untergebracht, 50 (4,5%) sind für die Aufnahme einer Lehrausbildung sofort verfügbar vorgemerkt. Der nach wie vor relativ hohe Anteil an KON/SUB in Schulungsmaßnahmen des AMS zeigt, dass die arbeitsmarktpolitische Zielsteuerung im AMS Vorarlberg auch für KON/SUB funktioniert, obwohl die für Flüchtlinge im Vorjahr noch zweckgebundenen Fördermittel nicht mehr bereit stehen.

► Das AMS konnte in den ersten 4 Monaten des Jahres 2019 bereits 434 Beschäftigungsaufnahmen von bleibeberechtigten Flüchtlingen erreichen, im Vergleichszeitraum 2018 waren das lediglich 352. Im gesamten Jahr 2018 waren es 1.121, im Jahr 2017 waren es 828, im Jahr 2016 immerhin 524 und im Jahr 2015 erst 368.

► Wenn man den Monat April allein als Maßstab nimmt, dann scheint es, als ginge es mit der Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen in Vorarlberg wieder kräftig voran. Allein im April ist die Zahl an unselbständig Beschäftigten aus den Herkunftsländern Syrien, Afghanistan, Somalia, Irak, Iran, Pakistan, Russische Föderation um 77 auf jetzt 2.117 angestiegen. Die Entwicklung vor allem im Zeitraum September bis Dezember 2018 hat doch die eine oder andere Sorgenfalte aufkommen lassen. Es ist zu hoffen, dass die günstige Entwicklung des April auch in den nächsten Monaten andauert.


Zusammenfassung des Berichts "Management-Summary – Flüchtlingswesen" März 2019:

 

Grundversorgung

► Die Zahl der Leistungsbezieher/innen in der Grundversorgung ist im März 2019 weiter auf 1.476 zurückgegangen, die auf 386 Quartiere in 61 Gemeinden verteilt sind. Genau vor einem Jahr waren noch 2.243 Flüchtlinge in der Grundversorgung registriert. Den höchsten Stand an Flüchtlingen in der Grundversorgung zählten wir in Vorarlberg im April 2016 mit 3.905.

► Von den aktuell 1.476 Leistungsbezieher/innen stehen 807 noch im Asylverfahren, 161 sind bereits als Konventionsflüchtlinge anerkannt, 394 genießen SUB-Schutz und 114 haben einen sonstigen Aufenthaltstitel.

► Der Anteil der männlichen Asylwerber liegt mit 64,4% fast genau so wie im hat Vormonat wieder leicht  (minus 0,1%-Punkte).

► Die GV-Leistungsbezieher/innen sind zu 29,3% im Bezirk Feldkirch wohnhaft, zu 27,1% im Bezirk Bregenz und zu 23,2% im Bezirk Bludenz. Die restlichen 20,1% der GV-Leistungsbezieher/innen wohnen im Bezirk Dornbirn. Damit ist es zu Rückgängen in den Bezirken Bludenz und Bregenz gekommen und im Bezirk Dornbirn wohnen aktuell wieder mehr GV-Leistungsbezieher/innen (+0,7%-Punkte) als im Vormonat.

► Bei der Altersverteilung der Menschen in der Grundversorgung sind nur geringfügige Veränderungen festzustellen. Ihr Anteil im erwerbsfähigen Alter nimmt stetig leicht ab und liegt jetzt bei 68,6% (1.013 Personen). Der Anteil der Kinder steigt entsprechend leicht an, der Anteil der Menschen über 60 Jahre ist stabil.

► Stärkste Gruppe in der Grundversorgung sind mit 45,5% nach wie vor Flüchtlinge aus Afghanistan, die zweitstärkste Gruppe bilden Menschen aus dem Irak mit 17,5%. 8,8% stammen aus der Russischen Föderation und 6,4% aus Somalia. Syrer stellen aktuell 5,1% aller Asylwerber in Vorarlberg.

► 36 Flüchtlinge (19 KON, 17 SUB) haben im März 2019 das Bleiberecht zuerkannt erhalten. 15 dieser 36 Flüchtlinge waren Kinder unter 15 Jahren. Von den Erwachsenen im Alter von 15 bis 60 Jahre waren 10 Männer und 11 Frauen.

 

Asylberechtigte Personen in der Mindestsicherung

► Die Zahl der mit der BMS unterstützten KON/SUB in allen Altersgruppen hat im März gegenüber dem Vormonat um 91  auf jetzt 3.364 wieder abgenommen, nachdem die Zahl der über die BMS unterstützten Flüchtlinge im Februar um 142 angestiegen ist. Im März des Vorjahres bezogen noch 3.662 KON/SUB eine BMS.

► Mit 1.888 waren aber fast gleich viele BMS-Bezieher/innen (-3) im erwerbsfähigen Alter (15 bis 60 Jahre) registriert wie im Vormonat. Dagegen hat die Zahl der Kinder im Alter von unter 15 Jahren um 37 abgenommen.

► Die Zahl der mit der BMS unterstützten Bedarfsgemeinschaften liegt nach einem leichten Anstieg im Februar jetzt mit 1.202 wieder auf dem Niveau vom Jänner 2019. Im März des Vorjahres waren noch 1.399 Bedarfsgemeinschaften mit BMS-Bezug registriert, im März 2017 waren es noch 1.543.

► Statistisch umfasst eine Bedarfsgemeinschaft 2,80 unterstützte Personen. Das ist mit Ausnahme des Februar 2019 (2,81 unterstützte Personen je Bedarfsgemeinschaft) der höchste Wert seit Beginn der aktuellen Flüchtlingskrise. Im April 2016 lag dieser Wert noch bei 2,20.

► Der Frauenanteil an den Flüchtlingen im Bezug der BMS ist in der Altersgruppe der 15-60-Jährigen ist gegenüber dem Vormonat stabil bei 46,4%. Im Zeitablauf der aktuellen Flüchtlingsbewegungen sind auch in Vorarlberg zuerst verstärkt männliche Flüchtlinge angekommen. Der Frauenanteil unter den Bezieher/innen der BMS lag im Jänner 2017 noch bei 38,7%. Diese Beobachtung wird auch international in diversen Forschungsberichten aufgezeigt.

► Von den vier Vorarlberger BHs wurden im März 2019 insgesamt 37 neue Integrationsvereinbarungen mit Flüchtlingen geschlossen, 19 Ermahnungen an KON/SUB ausgesprochen, in 30 Fällen wurden Kürzungen der Mindestsicherung bei KON/SUB verhängt, und 20 Flüchtlinge wurden aufgefordert, sich beim AMS vormerken zu lassen.

► Der Aufwand der für Flüchtlinge eingesetzten Unterstützungsleistungen aus der Mindestsicherung liegt trotz der leichten Verringerung der Zahl der Bezieher/innen mit € 1,374 Mio. wieder leicht höher als im Vormonat, was aber darauf zurückzuführen sein dürfte, dass sich die BMS wieder stärker im Bereich Kursförderung engagierten musste, nachdem in Einzelfällen Unterstützungsleistungen des ÖIF aufgrund der dort gegebenen Förderrichtlinien ausfallen mussten.

► Die Zahl der unbegleiteten jugendlichen Flüchtlinge liegt jetzt bei 115. 56 dieser 115 stehen noch im Asylverfahren, 8 sind anerkannte Konventionsflüchtlinge und 51 genießen subsidiären Schutz.

 

Sprachförderung für Flüchtlinge

► Der ÖIF hat im März 2019 wieder 77 Sprachstands-Feststellungen (Einstufungstests) durchgeführt, seit Jahresbeginn damit 256. Im Gesamtjahr 2018 waren es insgesamt 810. Von den 256 heuer getesteten Flüchtlingen wurde rund 22% ein Alpha-Kurs, in rund 45% der Fälle ein A1-Kurs und für rund 26% ein A2-Kurs empfohlen.

► Nachdem die Ausschreibung für A2- und B1-Kurse im Rahmen des Vorarlberger Beschäftigungspaktes inzwischen abgeschlossen werden konnte, können die in diesem Paket geplanten rund 500 Kursplätze besetzt werden.

► Im Rahmen der Grundversorgung haben im 1. Quartal 2019 bisher 28 Kursveranstaltungen mit insgesamt 255 Kursteilnehmer/innen stattgefunden. Jeweils rund 30% der Teilnehmer/innen besuchen dabei A1 bzw. A2-Kurse, knapp 20% sogar bereits B1-Kurse. Nachdem die Kursveranstaltungen in der Grundversorgung in Dreier-Blöcken gehalten werden, muss - um die zahlenmäßige Vergleichbarkeit mit den Kursdaten im Rahmen des ÖIF-Startpakets zu gewährleisten - die Zahl der Kursveranstaltungen und der Kursteilnehmer/innen gedrittelt werden.

► Im Rahmen des ÖIF-Startpakets wurden im 1. Quartal 2019 bisher 20 Kursveranstaltungen mit insgesamt 234 Kursteilnehmer/innen durchgeführt. Rund 30% dieser 234 Kursteilnehmer/innen waren in einem Alpha-Kurs, rund 50% in einem A1-Kurs und rund 20% in einem A2-Kurs.

► In den Monaten Jänner und Februar 2019 haben 102 Absolvent/innen von A1-Startpaket-Kursen die Abschlussprüfung absolviert. 52 davon (rund 51%) konnten die Prüfung positiv abschließen und damit für sich die Voraussetzung für weitere Sprachkurse  schaffen. Die Erfolgsquote liegt damit aber nur unbedeutend höher als im Gesamtjahr 2018 (50,0%).

► 34 bleibeberechtigte Flüchtlinge haben im März 2019 an Werte- und Orientierungskursen teilgenommen, damit seit Jahresbeginn 2019 insgesamt 117. Im Gesamtjahr 2018 waren es 597 Kursteilnehmer/innen in diesem Kursbereich.

 

Arbeitsmarktintegration

► Der Anteil der beim AMS vorgemerkten Flüchtlinge unter 25 liegt jetzt bei 36,2% wieder leicht geringer, der Anteil der 25-45-Jährigen hat sich mit 46,6% kaum verändert und jener der über 45-Jährigen ist mit 17,2% gegenüber dem Vormonat leicht angestiegen.

► Die Qualifikationsstruktur hat sich wie schon im Februar gegenüber den Vormonaten leicht verschlechtert. Fast vier Fünftel (79,4%) aller KON/SUB, die sich aktuell in AMS-Betreuung befinden, verfügen über keine die Pflichtschule hinausgehende berufliche oder schulische Ausbildung und nur mehr 13,8% der vorgemerkten Flüchtlinge haben eine höhere Schule oder eine akademische Ausbildung absolviert, Frauen mit einem deutlich höheren Anteil als Männer.

► Von den insgesamt 1.134 beim AMS vorgemerkten Flüchtlingen waren Ende März 391 (34,5%) in diversen Schulungsmaßnahmen untergebracht, 48 (4,2%) sind für die Aufnahme einer Lehrausbildung sofort verfügbar vorgemerkt. Der nach wie vor relativ hohe Anteil an KON/SUB in Schulungsmaßnahmen des AMS zeigt, dass die arbeitsmarktpolitische Zielsteuerung im AMS auch für KON/SUB funktioniert, obwohl die für Flüchtlinge im Vorjahr noch zweckgebundenen Fördermittel nicht mehr bereit stehen.

► Das AMS konnte im 1. Quartal 2019 bereits 309 Beschäftigungsaufnahmen von bleibeberechtigten Flüchtlingen erreichen, im Vergleichszeitraum 2018 waren das lediglich 251. Im gesamten Jahr 2018 waren es 1.121, im Jahr 2017 waren es 828, im Jahr 2016 immerhin 524 und im Jahr 2015 erst 368.

► Nachdem die Zahl der unselbständig Beschäftigten aus den Herkunftsländern Syrien, Afghanistan, Somalia, Irak, Iran, Pakistan, Russische Föderation im Zeitraum September bis Dezember 2018 mehr oder weniger auf der Stelle traten, hat sich die Beschäftigung dieses Personenkreises im Jänner 2019 (+54), im Februar 2019 (+52) und - wenn auch ein wenig verhaltender - auch im März 2019 (+21) doch wieder erhöht und liegt jetzt mit 2.040 auf einem neuen Rekordniveau. Wenn man aber von den jüngsten Wirtschaftsprognosen ausgeht, dann dürften die  Eintrittschancen gerade für gering qualifizierte Flüchtlinge heuer nicht mehr so günstig sein wie im Vorjahr.