Monatsbericht zum Flüchtlingswesen in Vorarlberg

Wir danken dem Amt der Vorarlberger Landesregierung und insbesondere Herrn Anton Strini, Flüchtlingskoordinator des Landes, für die Bereitstellung des monatlichen "Management-Summary - Flüchtlingswesen".

Den Bericht können Sie unter "Downloads" herunterladen.

 

Zusammenfassung des aktuellen Berichts
"Management-Summary – Flüchtlingswesen" Juli 2019:

 

Abkürzungen:

KON...Konventionsflüchtlinge

SUB...Subsidiär Schutzberechtigte

BMS...Bedarfsorientierte Mindestsicherung

 

Hier die wesentlichsten Punkte aus dem aktuellen Bericht, von Anton Strini – mit Bezug zu den vorangegangen Monatsberichten – zusammengefasst:

 

Grundversorgung

► Die Zahl der Leistungsbezieher/innen in der Grundversorgung ist im Juli 2019 weiter auf 1.196 zurückgegangen, die jetzt noch auf 336 Quartiere in 57 Gemeinden verteilt sind. Genau vor einem Jahr waren noch 1.868 Flüchtlinge in der Grundversorgung registriert, im Juli vor zwei Jahren waren es 2.996. Den höchsten Stand an Flüchtlingen in der Grundversorgung zählten wir in Vorarlberg im Juni 2016 mit 3.934.

► Von den aktuell 1.196 Menschen in der Grundversorgung stehen 660 noch im Asylverfahren (624 davon in 2. Instanz beim BVwG), 72 sind bereits als Konventionsflüchtlinge anerkannt, 344 genießen SUB-Schutz und 120 haben einen sonstigen Aufenthaltstitel.

► Der Anteil der männlichen Asylwerber liegt mit 64,8% wieder geringfügig niedriger als im Vormonat (minus 0,3%-Punkte).

► Die GV-Leistungsbezieher/innen sind zu 28,7% im Bezirk Feldkirch wohnhaft, zu 27,2% im Bezirk Bregenz und zu 23,7% im Bezirk Bludenz. Die restlichen 20,5% der GV-Leistungsbezieher/innen wohnen im Bezirk Dornbirn. Damit ist es im Juli zu leichten Verschiebungen zwischen den Bezirken Bregenz (rund +0,5%) und Dornbirn (-0,5%) gekommen.

► Bei der Altersverteilung der Menschen in der Grundversorgung sind nur geringfügige Veränderungen festzustellen. Ihr Anteil im erwerbsfähigen Alter hat im Juli 2019 wie schon in den Vormonaten wieder abgenommen und liegt jetzt bei 67,6% (809 Personen).

► Stärkste Gruppe in der Grundversorgung sind wie auch in den letzten Monaten mit 42,6% nach wie vor Flüchtlinge aus Afghanistan, die zweitstärkste Gruppe bilden Menschen aus dem Irak mit 18,8%. 10,5% stammen aus der Russischen Föderation und 5,9% aus Somalia und gerade einmal 3,7% stammen aus Syrien.

► 31 Flüchtlinge (26 KON, 5 SUB) haben im Juli 2019 das Bleiberecht zuerkannt erhalten. 13 dieser 31 Flüchtlinge waren Kinder unter 15 Jahren. Von den Erwachsenen im Alter von 15 bis 60 Jahre waren 11 Männer und 7 Frauen. Personen über 60 Jahre haben im Juli kein Bleiberecht erhalten.

 

Asylberechtigte Personen in der Mindestsicherung

► Die Zahl der mit der BMS unterstützten KON/SUB in allen Altersgruppen liegt im Juli fast genau auf dem Niveau des Vormonats (+3).

► Stärkste Gruppe der Flüchtlinge im Bezug der BMS sind nach wie vor Menschen aus Syrien (rund 47%), gefolgt von Menschen aus Russischen Föderation (rund 23%) und solchen aus Afghanistan (rund 13%). Jeweils 5% der BMS-Bezieher/innen stammen aus Somalia bzw. aus dem Irak. Der Anteil Menschen aus Syrien hat leicht abgenommen, jene der BMS-Bezieher/innen aus der Russischen Föderation leicht zugenommen.

► Mit 1.775 ist die Zahl der BMS-Bezieher/innen im erwerbsfähigen Alter (15 bis 60 Jahre) noch einmal um 21 niedriger als im Vormonat und um 174 deutlich niedriger als im Mai 2019. Dagegen hat die Zahl der mit der BMS unterstützten Kinder unter 15 Jahre im Vergleich zum Juni 2019 um 33 zugenommen.

► Die Zahl der mit der BMS unterstützten Bedarfsgemeinschaften liegt mit 1.087 ganz knapp niedriger als im Juni (-2). Den Höchststand an 1.543 mit BMS unterstützten Bedarfsgemeinschaften erreichte Vorarlberg im März 2017.

► Statistisch umfasst eine Bedarfsgemeinschaft wie schon im Vormonat 2,85 unterstützte Personen. Das ist der höchste Wert seit Beginn der aktuellen Flüchtlingswelle und zeigt, dass der Familiennachzug zumindest in einigen Fällen gelingt. Im April 2016 lag dieser Wert noch bei 2,20.

► Der Frauenanteil an den Flüchtlingen im Bezug der BMS ist in der Altersgruppe der 15-60-Jährigen ist mit 47,7% doch erheblich (+0,9 Prozentpunkte) höher als im Vormonat.

► Von den vier Vorarlberger BHs wurden im Juli 2019 insgesamt 31 neue Integrationsvereinbarungen mit Flüchtlingen geschlossen, 30 Ermahnungen an KON/SUB ausgesprochen, in 22 Fällen wurden Kürzungen der Mindestsicherung bei KON/SUB verhängt, und 12 Flüchtlinge wurden aufgefordert, sich beim AMS vormerken zu lassen. Damit wurden seit Jahresbeginn 168 Ermahnungen ausgesprochen und in 184 Fällen eine Kürzung der Mindestsicherung verhängt.

► Mit einem Gesamtaufwand der für Flüchtlinge eingesetzten Unterstützungsleistungen aus der Mindestsicherung in Höhe von € 1,231 Mio. liegen wir im Juli 2019 um € 0,021 über dem Wert von Juni 2019, können damit aber den zweitgünstigsten Wert verbuchen. Im Mai 2017 sind im Vergleich Kosten in Höhe von € 1,900 angefallen.

► Die Zahl der unbegleiteten jugendlichen Flüchtlinge liegt jetzt bei 86. 39 dieser 86 stehen noch im Asylverfahren, 7 sind anerkannte Konventionsflüchtlinge und 40 genießen subsidiären Schutz. Rund 79% der unbegleiteten jugendlichen Flüchtlinge stammen aus Afghanistan.

 

Sprachförderung für Flüchtlinge

► Der ÖIF hat im Juni 2019 weitere 40 Sprachstands-Feststellungen (Einstufungstests) durchgeführt, seit Jahresbeginn damit 461. Im Gesamtjahr 2018 waren es insgesamt 810. Von den 461 heuer getesteten Flüchtlingen wurde rund 18% ein Alpha-Kurs, in rund 43% der Fälle ein A1-Kurs und für rund 26% ein A2-Kurs empfohlen. Immerhin rund 13% konnten in den Einstufungstests für Kursbesuche ab B1 vorgesehen werden.

► Von den über Initiative des Vorarlberger Beschäftigungspaktes beauftragten A2-Integrationssprachkurse und B1-Integrationssprachkurse konnten bis Ende Juli 6 A2-Kurse und 2 B1-Kurse gestartet werden.

► Im Rahmen des "ÖIF-Startpakets Deutsch und Integration" konnten im ersten Halbjahr 2019 insgesamt 29 Kurse mit 330 Teilnehmer/innen durchgeführt werden. Rund 32% der insgesamt 330 Kursteilnehmer/innen absolvieren einen Alpha-Kurs, rund 55% einen A1-Kurs und immerhin bereits rund 13% einen A2-Sprachkurs. Nachdem diese Werte lediglich je Quartal erhoben werden, gibt es neue Daten dazu erst im Bericht zum September 2019.

► In den Monaten Jänner bis Juni 2019 haben 196 Absolvent/innen von A1-Startpaket-Kursen die Abschlussprüfung absolviert. 103 davon (rund 52,6%) konnten die Prüfung positiv abschließen und damit für sich die Voraussetzung für weitere Sprachkurse schaffen.

► Für Flüchtlinge in der Grundversorgung hat die Caritas im 1. Halbjahr 2019 insgesamt 46 Kurse für 427 Teilnehmer/innen durchgeführt. Rund 11% der Teilnehmer/innen waren in Alpha-Kursen, rund 42% in A1-Kursen, rund 28% in A2-Kursen und rund 19% in Sprachkursen ab B1-Niveau. Nachdem die Caritas aber ein abweichendes Kursmodell im Vergleich zu den ÖIF-Kursen fährt, müssen die Teilnehmerzahlen für einen Vergleich in etwa geviertelt werden. Auch hierzu gibt es lediglich quartalsweise erhobene Daten, so dass neue Werte erst wieder im Bericht zum September 2019 ausgeführt werden können.

► 32 bleibeberechtigte Flüchtlinge haben im Juli 2019 an Werte- und Orientierungskursen teilgenommen, damit seit Jahresbeginn 2019 insgesamt 256. Im Gesamtjahr 2018 waren es 597 Kursteilnehmer/innen in diesem Kursbereich.

 

Arbeitsmarktintegration

► Die Zahl der beim AMS vorgemerkten KON/SUB ist gegenüber dem Juni noch einmal um 58 auf aktuell 919 zurückgegangen. Anfang 2019 waren noch über 1.200 Flüchtlinge beim AMS Vorarlberg in Vermittlungsvormerkung.

► Rund 42% der beim AMS vorgemerkten Flüchtlinge stammen aus Syrien, rund 20% aus der Russischen Föderation und rund 17% aus Afghanistan. Etwa 7% aus Somalia und rund 6% aus dem Irak.

► Der Anteil der beim AMS vorgemerkten Flüchtlinge unter 25 liegt jetzt bei 37,4% wieder leicht niedriger wie auch der Anteil der 25-45-Jährigen mit 44,5%. Der Anteil der über 45-jährigen beim AMS vorgemerkten Flüchtlinge hat aber um 0,9 Prozentpunkte auf jetzt 18,1% zugelegt.

► Die Qualifikationsstruktur ist gegenüber den Vormonaten zwar marginal günstiger. Aber fast vier Fünftel (77,8%) aller KON/SUB, die sich aktuell in AMS-Betreuung befinden, verfügen über keine die Pflichtschule hinausgehende berufliche oder schulische Ausbildung und nur mehr 14,6% der vorgemerkten Flüchtlinge haben eine höhere Schule oder eine akademische Ausbildung absolviert, Frauen nach wie vor mit einem deutlich höheren Anteil als Männer.

► Von den insgesamt 919 beim AMS vorgemerkten Flüchtlingen waren Ende Juli 294 (32,0%) in diversen Schulungsmaßnahmen untergebracht, 70 (7,6%) waren für die Aufnahme einer Lehrausbildung sofort verfügbar vorgemerkt. Damit hat der Anteil der Flüchtlinge in Schulungsmaßnahmen doch sehr stark gegenüber dem Vormonat abgenommen.

► Der Arbeitsmarkt hat sich auch für Flüchtlinge in den letzten Monaten äußerst günstig entwickelt. Das AMS konnte seit Jahresbeginn 2019 bereits 829 Beschäftigungsaufnahmen von vorgemerkten Flüchtlingen erreichen, im Vergleichszeitraum 2018 waren das lediglich 673. Im gesamten Jahr 2018 waren es 1.121, im Jahr 2017 waren es 828, im Jahr 2016 immerhin 524 und im Jahr 2015 erst 368.

► Nach einer verhaltenen Entwicklung der Zahl der unselbständig Beschäftigten in den Monaten September bis Dezember 2018 hat die Beschäftigung von Menschen aus den Herkunftsländern Afghanistan, Pakistan, Syrien, Iran, Irak, Somalia und der Russischen Föderation seit Jahresbeginn 2019 um 501 zugenommen. Allein im Juli 2019 ist die Zahl der unselbständig Beschäftigten aus diesen Herkunftsländern wieder um 126 angestiegen und liegt aktuell bei insgesamt 2.415.  Erfreulich ist, dass sich von diesen 2.415 vom Hauptverband erfassten Personen 238 (141 Afghanen, 53 Syrer, 46 aus der Russischen Föderation, 9 Irakis, 8 Iraner, 7 Pakistani und 1 Somali) in einer Lehrausbildung befinden und damit mittelfristig zur Behebung des Fachkräftemangels beitragen.

► Die Register-Arbeitslosenquote für Menschen aus diesen wichtigsten Herkunftsländern (rund 93% aller Flüchtlinge stammen aus einem dieser Länder) liegt aktuell bei 18,9%. Damit liegt Vorarlberg nach wie vor gemeinsam mit Tirol und Oberösterreich im Bundesländervergleich am günstigsten. Bundesweit liegt der Vergleichswert bei 30,5%.

 


Zusammenfassungen der vorangegangenen zwei Monate:

Zusammenfassung des Berichts
"Management-Summary – Flüchtlingswesen" Juni 2019:

 

Die Highlights

► Weiterer Rückgang der Personen in der Grundversorgung und

► deutlicher Rückgang auch der Bezieher/innen der Mindestsicherung und spürbar geringerer BMS-Finanzaufwand

► Anhaltende Bemühungen im Bereich Sprachförderung

► Weiterer starker Anstieg der unselbständig beschäftigten Flüchtlinge auch im Juni

 

Zu den einzelnen Bereichen:

Grundversorgung

► Die Zahl der Leistungsbezieher/innen in der Grundversorgung ist im Juni 2019 weiter auf 1.256 zurückgegangen, die jetzt noch auf 333 Quartiere in 57 Gemeinden verteilt sind. Genau vor einem Jahr waren noch 1.985 Flüchtlinge in der Grundversorgung registriert, im Juni vor zwei Jahren waren es 3.041. Den höchsten Stand an Flüchtlingen in der Grundversorgung zählten wir in Vorarlberg im Juni 2016 mit 3.934.

► Von den aktuell 1.256 Leistungsbezieher/innen stehen 705 noch im Asylverfahren (638 davon in 2. Instanz beim BVwG), 70 sind bereits als Konventionsflüchtlinge anerkannt, 356 genießen SUB-Schutz und 125 haben einen sonstigen Aufenthaltstitel.

► Der Anteil der männlichen Asylwerber liegt mit 65,1% geringfügig geringer als im Vormonat (minus 0,4%-Punkte).

► Die GV-Leistungsbezieher/innen sind zu (28,3%) 28,8% im Bezirk Feldkirch wohnhaft, zu (26,9%) 27,1% im Bezirk Bregenz und zu (23,5%) 23,2% im Bezirk Bludenz. Die restlichen (21,3%) 20,9% der GV-Leistungsbezieher/innen wohnen im Bezirk Dornbirn. Damit ist es im wie schon im Vormonat noch einmal zu leichten Rückgängen in den Bezirken Feldkirch und Bregenz gekommen und auch in Bludenz ist der Anteil im Juni leicht reduziert, im Bezirk Dornbirn allerdings hat er leicht zugelegt.

► Bei der Altersverteilung der Menschen in der Grundversorgung sind nur geringfügige Veränderungen festzustellen. Ihr Anteil im erwerbsfähigen Alter hat im Juni 2019 wieder ganz leicht auf jetzt 68,8% abgenommen (862 Personen).

► Stärkste Gruppe in der Grundversorgung sind wie auch in den letzten Monaten mit 43,9% nach wie vor Flüchtlinge aus Afghanistan, die zweitstärkste Gruppe bilden Menschen aus dem Irak mit 18,5%. 9,8% stammen aus der Russischen Föderation und 6,0% aus Somalia und 4,1% aus Syrien.

► 15 Flüchtlinge (12 KON, 3 SUB) haben im Juni 2019 das Bleiberecht zuerkannt erhalten. 3 dieser 15 Flüchtlinge waren Kinder unter 15 Jahren. Von den Erwachsenen im Alter von 15 bis 60 Jahre waren 9 Männer und 3 Frauen. Personen über 60 Jahre haben im Juni kein Bleiberecht erhalten.

 

Asylberechtigte Personen in der Mindestsicherung

► Die Zahl der mit der BMS unterstützten KON/SUB in allen Altersgruppen hat im Mai gegenüber dem Vormonat um 104 auf jetzt 3.099 weiter abgenommen und liegt damit um 117 niedriger als im Vormonat und um 280 niedriger als im Juni des Vorjahres.

► Stärkste Gruppe der Flüchtlinge im Bezug der BMS sind nach wie vor Menschen aus Syrien (rund 48%), gefolgt von Menschen aus Russischen Föderation (rund 22%) und solchen aus Afghanistan (rund 13%).

► Mit 1.796 ist die Zahl der BMS-Bezieher/innen im erwerbsfähigen Alter (15 bis 60 Jahre) um 43 niedriger als im Vormonat und um 131 deutlich niedriger als im April 2019. Aber auch die Zahl der mit der BMS unterstützten Kinder unter 15 Jahre ist im Vergleich zum Mai 2019 um 42 zurückgegangen.

► Die Zahl der mit der BMS unterstützten Bedarfsgemeinschaften liegt mit 1.089 so niedrig wie seit dem Mai 2016 nicht mehr. Den Höchststand an 1.543 mit BMS unterstützten Bedarfsgemeinschaften erreichte Vorarlberg im März 2017.

► Statistisch umfasst eine Bedarfsgemeinschaft aktuell 2,85 unterstützte Personen. Das ist der höchste Wert seit Beginn der aktuellen Flüchtlingswelle und zeigt, dass der Familiennachzug zumindest in einigen Fällen gelingt. Im April 2016 lag dieser Wert noch bei 2,20.

► Der Frauenanteil an den Flüchtlingen im Bezug der BMS ist in der Altersgruppe der 15-60-Jährigen mit 46,8% genau gleich hoch wie im Vormonat.

► Von den vier Vorarlberger BHs wurden im Juni 2019 insgesamt 12 neue Integrationsvereinbarungen mit Flüchtlingen geschlossen, 20 Ermahnungen an KON/SUB ausgesprochen, in 27 Fällen wurden Kürzungen der Mindestsicherung bei KON/SUB verhängt, und 12 Flüchtlinge wurden aufgefordert, sich beim AMS vormerken zu lassen.

► Mit einem Gesamtaufwand der für Flüchtlinge eingesetzten Unterstützungsleistungen aus der Mindestsicherung in Höhe von € 1,210 Mio. liegen wir im Juni 2019 um € 0,052 unter dem Wert vom Mai 2019 und so niedrig wie nie mehr seit April 2016.

► Die Zahl der unbegleiteten jugendlichen Flüchtlinge liegt jetzt bei 104. 49 dieser 104 stehen noch im Asylverfahren, 7 sind anerkannte Konventionsflüchtlinge und 48 genießen subsidiären Schutz. Rund 80% der unbegleiteten jugendlichen Flüchtlinge stammen aus Afghanistan.

 

Sprachförderung für Flüchtlinge

► Der ÖIF hat im Mai 2019 weitere 51 Sprachstands-Feststellungen (Einstufungstests) durchgeführt, seit Jahresbeginn damit 421. Im Gesamtjahr 2018 waren es insgesamt 810. Von den 421 heuer getesteten Flüchtlingen wurde rund 19% ein Alpha-Kurs, in rund 43% der Fälle ein A1-Kurs und für rund 25% ein A2-Kurs empfohlen. Immerhin rund 13% konnten in den Einstufungstests für Kursbesuche ab B1 vorgesehen werden.

► Von den über Initiative des Vorarlberger Beschäftigungspaktes beauftragten A2-Integrationssprachkurse und B1-Integrationssprachkurse konnten bis Ende Juni 4 A2-Kurse und 1 B1-Kurs gestartet werden.

► Im Rahmen des "ÖIF-Startpakets Deutsch und Integration" konnten im ersten Halbjahr 2019 insgesamt 29 Kurse mit 330 Teilnehmer/innen durchgeführt werden. Rund 32% der insgesamt 330 Kursteilnehmer/innen absolvieren einen Alpha-Kurs, rund 55% einen A1-Kurs und immerhin bereits rund 13% einen A2-Sprachkurs.

► In den Monaten Jänner bis Mai 2019 haben 163 Absolvent/innen von A1-Startpaket-Kursen die Abschlussprüfung absolviert. 83 davon (rund 51,9%) konnten die Prüfung positiv abschließen und damit für sich die Voraussetzung für weitere Sprachkurse schaffen.

► Für Flüchtlinge in der Grundversorgung hat die Caritas im 1. Halbjahr 2019 insgesamt 46 Kurse für 427 Teilnehmer/innen durchgeführt. Rund 11% der Teilnehmer/innen waren in Alpha-Kursen, rund 42% in A1-Kursen, rund 28% in A2-Kursen und rund 19% in Sprachkursen ab B1-Niveau. Nachdem die Caritas aber ein abweichendes Kursmodell im Vergleich zu den ÖIF-Kursen fährt, müssen die Teilnehmerzahlen für einen Vergleich in etwa geviertelt werden.

► 44 bleibeberechtigte Flüchtlinge haben im Juni 2019 an Werte- und Orientierungskursen teilgenommen, damit seit Jahresbeginn 2019 insgesamt 224. Im Gesamtjahr 2018 waren es 597 Kursteilnehmer/innen in diesem Kursbereich.

 

Arbeitsmarktintegration

(Nachdem es im Juni 2019 - wie auch schon einmal im Juni 2018 zu Problemen bei der Übertragung der BMS-Daten an das AMS gekommen ist, können für den Juni 2019 keine Angaben zu Fragen, die mit der bedarfsorientierten Mindestsicherung zusammen hängen, gemacht werden. Entsprechende Hinweise sind in den Grafiken und Tabellen im Bericht selbst angebracht.)

► Die Zahl der beim AMS vorgemerkten KON/SUB ist gegenüber dem Mai um 77 auf aktuell 977 zurückgegangen. Anfang 2019 waren noch über 1.200 Flüchtlinge beim AMS Vorarlberg in Vermittlungsvormerkung.

► Rund 41% der beim AMS vorgemerkten Flüchtlinge stammen aus Syrien, jeweils rund 17% stammen aus der Russischen Föderation oder aus Afghanistan, rund 9% aus Somalia, rund 6% aus dem Irak, rund 3% aus dem Iran und weitere rund 7% aus anderen Ländern.

► Der Anteil der beim AMS vorgemerkten Flüchtlinge unter 25 liegt jetzt bei 37,8% wieder leicht höher, der Anteil der 25-45-Jährigen mit 45,0% und auch jener der über 45-Jährigen ist mit 17,2% gegenüber dem Vormonat leicht geringer. Damit hat der Anteil der über 45-Jährigen leicht zugenommen, während die anderen Altersgruppen leicht reduziert sind.

► Die Qualifikationsstruktur hat sich gegenüber den Vormonaten zwar marginal günstiger gezeigt. Aber fast vier Fünftel (78,5%) aller KON/SUB, die sich aktuell in AMS-Betreuung befinden, verfügen über keine die Pflichtschule hinausgehende berufliche oder schulische Ausbildung und nur mehr 14,0% der vorgemerkten Flüchtlinge haben eine höhere Schule oder eine akademische Ausbildung absolviert, Frauen nach wie vor mit einem deutlich höheren Anteil als Männer.

► Von den insgesamt 977 beim AMS vorgemerkten Flüchtlingen waren Ende Juni 429 (43,9%) in diversen Schulungsmaßnahmen untergebracht, 38 (3,9%) waren für die Aufnahme einer Lehrausbildung sofort verfügbar vorgemerkt.

► Das AMS konnte im 1. Halbjahr 2019 bereits 692 Beschäftigungsaufnahmen von vorgemerkten Flüchtlingen erreichen, im Vergleichszeitraum 2018 waren das lediglich 553. Im gesamten Jahr 2018 waren es 1.121, im Jahr 2017 waren es 828, im Jahr 2016 immerhin 524 und im Jahr 2015 erst 368.

► Die Entwicklung der Zahl der unselbständig Beschäftigten bringt monatlich einen neuen Rekord. Konnten im April 2019 noch 77 zusätzliche Dienstverhältnisse registriert werden, waren es im Mai schon 79 und nun im Juni sogar 93 zusätzliche Dienstverhältnisse von Menschen aus Afghanistan, Pakistan, Syrien, Iran, Irak, Somalia und der Russischen Föderation. Die Gesamtzahl der unselbständig Beschäftigten aus den wichtigsten Herkunftsländern der in Vorarlberg wohnhaften Flüchtlinge ist damit auf 2.289 angestiegen.

► Die Register-Arbeitslosenquote für Menschen aus diesen wichtigsten Herkunftsländern (rund 93% aller Flüchtlinge stammen aus einem dieser Länder) liegt aktuell bei 17,8% und damit wieder günstiger als im Vormonat (20,0%). Damit liegt Vorarlberg gemeinsam mit Tirol und Oberösterreich im Bundesländervergleich am günstigsten.

 

 


Zusammenfassung des Berichts "Management-Summary – Flüchtlingswesen" Mai 2019:

 

Grundversorgung

► Die Zahl der Leistungsbezieher/innen in der Grundversorgung ist im Mai 2019 weiter auf 1.327 zurückgegangen, die jetzt noch auf 353 Quartiere in 61 Gemeinden verteilt sind. Genau vor einem Jahr waren noch 2.127 Flüchtlinge in der Grundversorgung registriert, im Mai vor zwei Jahren waren es 3.112. Den höchsten Stand an Flüchtlingen in der Grundversorgung zählten wir in Vorarlberg im April 2016 mit 3.905.

► Von den aktuell 1.327 Leistungsbezieher/innen stehen 729 noch im Asylverfahren (654 davon in 2. Instanz beim BVwG), 98 sind bereits als Konventionsflüchtlinge anerkannt, 381 genießen SUB-Schutz und 119 haben einen sonstigen Aufenthaltstitel.

► Der Anteil der männlichen Asylwerber liegt mit 65,6% fast genau so hoch wie im Vormonat (plus 0,8%-Punkte).

► Die GV-Leistungsbezieher/innen sind zu 28,3% im Bezirk Feldkirch wohnhaft, zu 26,9% im Bezirk Bregenz und zu 23,5% im Bezirk Bludenz. Die restlichen 21,3% der GV-Leistungsbezieher/innen wohnen im Bezirk Dornbirn. Damit ist es im Vergleich zum Vormonat wieder zu leichten Rückgängen in den Bezirken Feldkirch und Bregenz und zu leichten Zunahmen in den Bezirken Bludenz und Dornbirn gekommen.

► Bei der Altersverteilung der Menschen in der Grundversorgung sind nur geringfügige Veränderungen festzustellen. Ihr Anteil im erwerbsfähigen Alter hat im Mai 2019 ganz leicht zugenommen und liegt jetzt bei 69,3% (920 Personen).

► Stärkste Gruppe in der Grundversorgung sind wie auch in den letzten Monaten mit 45,1% nach wie vor Flüchtlinge aus Afghanistan, die zweitstärkste Gruppe bilden Menschen aus dem Irak mit 18,2%. 9,3% stammen aus der Russischen Föderation und 6,4% aus Somalia und 3,8% aus Syrien.

► 23 Flüchtlinge (15 KON, 8 SUB) haben im Mai 2019 das Bleiberecht zuerkannt erhalten. 11 dieser 23 Flüchtlinge waren Kinder unter 15 Jahren. Von den Erwachsenen im Alter von 15 bis 60 Jahre waren 7 Männer und 6 Frauen.

 

Asylberechtigte Personen in der Mindestsicherung

► Die Zahl der mit der BMS unterstützten KON/SUB in allen Altersgruppen hat im Mai gegenüber dem Vormonat um 104 auf jetzt 3.216 weiter abgenommen und liegt damit rund 300 niedriger als im Mai des Vorjahres.

► Stärkste Gruppe der Flüchtlinge im Bezug der BMS sind Menschen aus Syrien (rund 48%), gefolgt von Menschen aus Russischen Föderation (rund 23%) und solchen aus Afghanistan (rund 13%).

► Mit 1.839 ist die Zahl der BMS-Bezieher/innen im erwerbsfähigen Alter (15 bis 60 Jahre) wieder deutlich niedriger (-88) als im Vormonat. Auch die Zahl der Kinder in der Mindestsicherung ist um 24 zurück gegangen.

► Die Zahl der mit der BMS unterstützten Bedarfsgemeinschaften liegt mit 1.138 so niedrig wie seit dem Juni 2016 nicht mehr. Den Höchststand an 1.543 mit BMS unterstützten Bedarfsgemeinschaften erreichte Vorarlberg im März 2017.

► Statistisch umfasst eine Bedarfsgemeinschaft aktuell 2,83 unterstützte Personen. Das ist der höchste Wert seit Beginn der aktuellen Flüchtlingswelle. Im April 2016 lag dieser Wert noch bei 2,20.

► Der Frauenanteil an den Flüchtlingen im Bezug der BMS ist in der Altersgruppe der 15-60-Jährigen ist mit 46,8% wieder leicht höher als im Vormonat.

► Von den vier Vorarlberger BHs wurden im Mai 2019 insgesamt 20 neue Integrationsvereinbarungen mit Flüchtlingen geschlossen, 22 Ermahnungen an KON/SUB ausgesprochen, in 30 Fällen wurden Kürzungen der Mindestsicherung bei KON/SUB verhängt, und 17 Flüchtlinge wurden aufgefordert, sich beim AMS vormerken zu lassen.

► Mit einem Gesamtaufwand der für Flüchtlinge eingesetzten Unterstützungsleistungen aus der Mindestsicherung in Höhe von € 1,262 Mio. liegen wir im Mai 2019 so niedrig wie noch nie seit April 2016.

► Die Zahl der unbegleiteten jugendlichen Flüchtlinge liegt jetzt bei 109. 51 dieser 109 stehen noch im Asylverfahren, 8 sind anerkannte Konventionsflüchtlinge und 50 genießen subsidiären Schutz.

 

Sprachförderung für Flüchtlinge

► Der ÖIF hat im April 2019 weitere 32 Sprachstands-Feststellungen (Einstufungstests) durchgeführt, seit Jahresbeginn damit 370. Im Gesamtjahr 2018 waren es insgesamt 810. Von den 370 heuer getesteten Flüchtlingen wurde rund 19% ein Alpha-Kurs, in rund 44% der Fälle ein A1-Kurs und für rund 26% ein A2-Kurs empfohlen.

► Die ersten über Initiative des Vorarlberger Beschäftigungspaktes beauftragten A2-Integrationssprachkurse und B1-Integrationssprachkurse für jeweils 15 Teilnehmer/innen sind inzwischen gestartet.

► Nachdem die Zahl der Sprachkursteilnehmer/innen lediglich quartalsweise erfasst wird, gibt es dazu sowohl für den Bereich der Grundversorgung als auch für den Bereich der ÖIF-Kursangebote nur die Werte für das erste Quartal 2019, die bereits im letzten Bericht dargestellt wurden. Im nächsten Monatsbericht werden dann die Daten auch für das zweite Quartal verfügbar sein.

► In den Monaten Jänner bis März 2019 haben 141 Absolvent/innen von A1-Startpaket-Kursen die Abschlussprüfung absolviert. 74 davon (rund 52,5%) konnten die Prüfung positiv abschließen und damit für sich die Voraussetzung für weitere Sprachkurse  schaffen. Die Erfolgsquote liegt damit aber kaum über jener im gesamten Vorjahr 2018 (rund 50%).

► 30 bleibeberechtigte Flüchtlinge haben im Mai 2019 an Werte- und Orientierungskursen teilgenommen, damit seit Jahresbeginn 2019 insgesamt 180. Im Gesamtjahr 2018 waren es 597 Kursteilnehmer/innen in diesem Kursbereich.

 

Arbeitsmarktintegration

► Der Anteil der beim AMS vorgemerkten Flüchtlinge unter 25 liegt jetzt bei 38,1% wieder leicht höher, der Anteil der 25-45-Jährigen mit 46,6% und auch jener der über 45-Jährigen ist mit 15,3% gegenüber dem Vormonat leicht geringer.

► Die Qualifikationsstruktur hat sich gegenüber den Vormonaten nicht mehr verändert. Fast vier Fünftel (79,4%) aller KON/SUB, die sich aktuell in AMS-Betreuung befinden, verfügen über keine die Pflichtschule hinausgehende berufliche oder schulische Ausbildung und nur mehr 13,5% der vorgemerkten Flüchtlinge haben eine höhere Schule oder eine akademische Ausbildung absolviert, Frauen nach wie vor mit einem deutlich höheren Anteil als Männer.

► Die Zahl der beim AMS vorgemerkten KON/SUB ist gegenüber dem April um 61 auf aktuell 1.054 zurückgegangen.

► Von den insgesamt 1.054 beim AMS vorgemerkten Flüchtlingen waren Ende Mai 485 (46,0%) in diversen Schulungsmaßnahmen untergebracht, 31 (2,9%) waren für die Aufnahme einer Lehrausbildung sofort verfügbar vorgemerkt. Der nach wie vor sehr hohe Anteil an KON/SUB in Schulungsmaßnahmen des AMS zeigt, dass trotz fehlender Schwerpunktsetzungen in den arbeitsmarktpolitischen Zielvorgaben des Bundes viele arbeitsmarktpolitische Aktivitäten auch für KON/SUB eingesetzt werden.

► Das AMS konnte in den ersten 5 Monaten des Jahres 2019 bereits 566 Beschäftigungsaufnahmen von bleibeberechtigten Flüchtlingen erreichen, im Vergleichszeitraum 2018 waren das lediglich 454. Im gesamten Jahr 2018 waren es 1.121, im Jahr 2017 waren es 828, im Jahr 2016 immerhin 524 und im Jahr 2015 erst 368.

► Die Entwicklung der Zahl der unselbständig Beschäftigten war nicht nur im April sondern nun auch im Mai außergewöhnlich stark. 77 zusätzliche Dienstverhältnisse von Menschen aus Afghanistan, Pakistan, Syrien, Iran, Irak, Somalia und der Russischen Föderation im April und noch einmal 79 zusätzliche Dienstverhältnisse im Mai 2019 sind sehr erfreulich. Die Gesamtzahl der unselbständig Beschäftigten aus den wichtigsten Herkunftsländern der in Vorarlberg wohnhaften Flüchtlinge ist damit auf 2.196 angestiegen.